Welt 05.02.2026
12:46 Uhr

Epstein-Akten stürzen Briten-Premier in Regierungskrise – Jetzt wendet sich Starmer direkt an Opfer


Die Verwicklung des früheren Wirtschaftsministers Peter Mandelson in den Epstein-Skandal wird für Premierminister Keir Starmer zum innenpolitischen Debakel. Für die britischen Medien sind seine „Tage gezählt“. Nun hat sich Starmer erstmals geäußert.

Epstein-Akten stürzen Briten-Premier in Regierungskrise – Jetzt wendet sich Starmer direkt an Opfer

Der britische Premierminister Keir Starmer hat sich bei den Opfern von Jeffrey Epstein dafür entschuldigt, dass er Peter Mandelson trotz dessen Verbindungen zu Epstein zum britischen Botschafter in Washington ernannt hatte. Der Premierminister sagte, Mandelson habe „Epstein als jemanden dargestellt, den er kaum kannte“. In einer Rede am Donnerstag sagte er: „Es tut mir leid, dass ich Mandelsons Lügen geglaubt und ihn ernannt habe.“ Die jüngst veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Akten hatten aufs Neue eine enge Freundschaft zwischen dem früheren Wirtschaftsminister Mandelson und Epstein nahegelegt. Schlimmer noch: E-Mail-Verläufe sollen zeigen, dass Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den US-Investor weitergegeben hat. Im Februar 2025 war der frühere EU-Kommissar von der Starmer-Regierung zum britischen Botschafter in den USA berufen worden. Damals galt der 72-Jährige, der wegen seines Machtstrebens den Spitznamen „Prince of Darkness“ verpasst bekommen hatte, als taktisch kluge Wahl, um britische Interessen bei US-Präsident Donald Trump durchzusetzen. Die entscheidende Frage ist nun, wie viele Details aus der Epstein-Verbindung bei Starmer und dessen Stab bekannt waren. Die Verbindung stürzte den britischen Premier Starmer in eine tiefe Regierungskrise. Die Zeitung „The Guardian“ (verlinkt auf https://www.theguardian.com/politics/2026/feb/04/labour-mps-say-starmer-days-as-pm-are-numbered-amid-fury-over-mandelson) zitierte Abgeordnete aus Starmers Labour-Partei mit der Aussage, dass die Tage des Premiers gezählt seien. Die BBC kommentierte: „Starmer kann sich solche Tage nicht mehr leisten.“ Die bestens vernetzte Politikredakteurin Beth Rigby vom Sender Sky News schrieb: „Selbst Starmers Verbündete sind sich über seine Zukunft unsicher“. Am Mittwochabend hatte das Unterhaus des Parlaments ohne Gegenstimmen beschlossen, dass die Dokumente zu Mandelsons Ernennungsverfahren veröffentlicht werden müssen. Zwar sollen Informationen, die der nationalen Sicherheit oder den internationalen Beziehungen schaden könnten, ausgenommen sein. Unter dem großen Druck musste Starmer aber Zugeständnisse machen. In Ungnade gefallen war Mandelson wegen seiner Epstein-Verbindung schon im vergangenen Jahr, seinen Posten als Botschafter verlor er im September 2025. Er sitzt seit dieser Woche zudem nicht mehr im britischen Oberhaus, seinen Titel als „Lord“ soll er auch noch verlieren. „Er hat gelogen, gelogen und nochmals gelogen“, sagte Starmer. Hätte er damals gewusst, was er heute weiß, wäre Mandelson nicht einmal in die Nähe der Regierung gekommen, beteuerte der Premier. Ob diese Distanzierung ausreicht, werden die kommenden Tage zeigen.