Die Dateien waren noch am Freitag abrufbar. Sie zeigen (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6946aa42ba368aa01269f0bf/epstein-akten-prinz-andrew-bill-clinton-michael-jackson-wer-alles-zu-sehen-ist.html) unter anderem Gemälde nackter Frauen sowie Aufnahmen von Schubladen-Inhalten. In einer solchen Schublade lag ein Bild von Trump, Epstein, Trumps Ehefrau Melania und Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell. Demokraten im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses thematisierten auf X das fehlende Foto und schrieben: „Was wird hier noch vertuscht? Wir brauchen Transparenz für die amerikanische Öffentlichkeit.“ Der US-Vizejustizminister Todd Blanche beteuert im Gespräch mit dem Sender ABC News, dass sein Haus keine Dateien verändert habe, um Präsident Trump zu schützen. Nichts werde deswegen zurückgehalten. Er verneinte die Frage, ob es eine Anweisung gegeben habe, Material zum Epstein-Skandal zu bearbeiten, das einen Zusammenhang zum Präsidenten habe. Weiter sagte er: „Präsident Trump hat von Anfang an klargestellt, dass er erwartet, dass alle Akten, die freigegeben werden können, auch freigegeben werden – und genau das tun wir.“ Trump kannte Epstein gut, wie frühere Fotos zeigen. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal, Trump selbst hatte jegliche Vorwürfe dieser Art stets bestritten. In den nun veröffentlichten Dokumenten kommt Trump zwar vereinzelt vor, nach ersten Auswertungen scheint es jedoch kaum neue Informationen über das Verhältnis zwischen Epstein und Trump zu geben. Der US-Präsident äußerte sich zunächst nicht. Bereits vor der Veröffentlichung hatten Beobachter Zweifel, ob das Justizministerium wirklich alle relevanten Dokumente herausgeben würde. Die zehntausenden Seiten brachten kaum neue Erkenntnisse über Epsteins Verbrechen oder die Entscheidungen, die ihm über Jahre halfen, schweren Bundesanklagen zu entgehen, zu Tage. Gleichzeitig fehlten wichtige Unterlagen wie FBI-Interviews mit Opfern und interne DOJ-Vermerke zu Anklageentscheidungen. Einige der bedeutendsten Dokumente tauchten in den ersten Veröffentlichungen überhaupt nicht auf. Dazu zählen FBI-Interviews mit Überlebenden und interne Notizen des Justizministeriums zu Anklageprüfungen. Sie hätten zeigen können, wie Ermittler den Fall einschätzten und warum Epstein 2008 ein Schuldeingeständnis in einem vergleichsweise kleinen Prostitutionsverfahren abgeben konnte.