Welt 06.12.2025
00:44 Uhr

Entschädigung statt Haftstrafe – Deutscher Polizist verprügelt Taxifahrer auf Mallorca


Ein Essener Polizist hat nach einem Besuch am Ballermann einem 71-jährigen Taxifahrer mehrere Rippen und einen Arm gebrochen. Um nicht im Gefängnis zu landen, muss er eine hohe Geldstrafe zahlen.

Entschädigung statt Haftstrafe – Deutscher Polizist verprügelt Taxifahrer auf Mallorca

Ausgerechnet einem Polizisten drohte auf Mallorca das Gefängnis, nachdem er in eine Prügelei mit einem Taxifahrer geraten war. Nun entging der Mann aus Essen einer Haftstrafe, indem er 40.000 Euro Entschädigung an den Taxifahrer zahlte. Die Anwälte hätten sich auf diesen Deal geeinigt. Der Beschuldigte ist Beamter in Deutschland. Im August 2024 hatte der Deutsche nach einer Taxifahrt vom Ballermann an der Playa de Palma zu einem Landhotel im Zentrum der spanischen Mittelmeerinsel auf den 71-jährigen Fahrer eingeschlagen. Laut dem Opfer waren drei weitere deutsche Polizisten an der Tat beteiligt. Mehrere Rippen und ein Arm gebrochen Auslöser des Zwischenfalls war ein vermisstes Handy: Die jungen Urlauber – alle laut den spanischen Behörden unter 30 – beschuldigten den Mallorquiner des Diebstahls. Das Telefon tauchte aber später in ihrer eigenen Tasche wieder auf. Bei dem Angriff der deutschen Polizisten brach sich der Taxifahrer mehrere Rippen und einen Arm. Die Guardia Civil nahm den Hauptverdächtigen noch in der Nacht fest, zwei weitere Männer am folgenden Tag. Eine Untersuchungsrichterin ließ damals alle direkt wieder frei. Doch die Staatsanwaltschaft erhob später Anklage. Dem Hauptverdächtigen drohte dabei eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Gericht muss Vergleich noch zustimmen Der Vergleich wurde nun von den Anwälten beider Seiten und auch von der Staatsanwaltschaft unterschrieben, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtete. Das Gericht muss den Deal noch absegnen, was jedoch als Formalität gilt. „Mein Klient übernimmt die Verantwortung und hat seine Reue zum Ausdruck gebracht. Das Opfer hat die Entschuldigung angenommen“, zitierte das Blatt den Anwalt des Hauptverdächtigen. Er bekannte sich demnach der Nötigung und der Körperverletzung schuldig und trägt neben der Entschädigungszahlung auch die Anwaltskosten. Ob er und die anderen verwickelten Polizisten im Dienst bleiben dürfen, ist noch offen. Ihnen droht daheim ein Disziplinarverfahren. Die Polizei in Essen hatte zuletzt mitgeteilt, dass man noch auf die Unterlagen aus Spanien warte.