Welt 16.01.2026
13:55 Uhr

Energiewerke steigen in den Einbau von Wärmepumpen ein


Hamburg benötigt jährlich rund 8000 neue Wärmepumpen, um seine Klimaziele zu erreichen. Doch bisher gibt es in der Stadt erst etwa 7800 Anlagen. Jetzt steigt der städtische Versorger in Verkauf und Einbau ein – hauptsächlich für Häuser ohne Fernwärmeanschluss.

Energiewerke steigen in den Einbau von Wärmepumpen ein

Hamburg hat ehrgeizige Klimaziele und durch den Volksentscheid für das Klimaschutzverbesserungsgesetz ist die Stadt gezwungen, diese zeitlich noch früher zu erreichen. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Wärmewende zu. Fast ein Drittel der CO₂-Emissionen Hamburgs werden durchs Heizen verursacht. Die Stadt arbeitet daran, die Zahl zu minimieren, indem sie das Fernwärmenetz ausbaut und ihre eigenen Kohleheizkraftwerke umbaut oder ganz ersetzt, damit diese klimaneutrale Wärme liefern. Doch das wird nicht reichen. Denn: Noch werden mehr als 40 Prozent der Privathäuser in der Hansestadt mit Gas- oder Ölheizungen betrieben. Nur vier Prozent der Hamburger Häuser werden mit Wärme aus Strom versorgt, sind also etwa Wärmepumpen. Davon gab es im November 2025 gerade mal 7800 gemeldete. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten jedes Jahr 8000 Wärmepumpen hinzukommen, sagt Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Um das auch von städtischer Seite voranzutreiben, steigen die Hamburger Energiewerke nun in den Markt ein. Ab dem Frühjahr bieten die städtischen Energiewerke den Verkauf und Einbau von Wärmepumpen an. Der städtische Versorger bietet die Geräte ab sofort für Einfamilien‑, Doppel- und Reihenhäuser sowie Mehrfamilienhäuser von bis zum vier Parteien an und übernimmt Beratung, Planung, die Abwicklung von Förderanträgen sowie die Installation durch regionale Handwerksbetriebe. Fernwärmenetz kann nicht alle Häuser erreichen Ziel sei es, Eigentümern von Gebäuden eine Heizalternative bereitzustellen, die nicht an die Fernwärme angeschlossen werden können, erklärte Energiewerke-Geschäftsführer Michael Prinz. Möglichst viele Hamburger Gebäude an die Fernwärme anzuschließen, bleibe zwar die Maßgabe, doch ein erheblicher Teil des Bestands liege außerhalb des Netzes – auch nach Erweiterung. Eine Umfrage der Energiewerke unter Hamburger Eigentümern zeigt, dass sich knapp die Hälfte der Befragten grundsätzlich eine Wärmepumpe vorstellen kann. Gleichzeitig, so zeigen es die Ergebnisse, blieben hohe Investitionskosten, der Planungsaufwand und Unsicherheiten zur Gebäudeeignung zentrale Gründe für die Zurückhaltung, den Umstieg zur Wärmepumpe tatsächlich in Betracht zu ziehen. Die Energiewerke verweisen darauf, dass ihr Angebot diese Hürden verringern soll. Prinz glaubt, dass ein durchgängiger Prozess aus Beratung, Planung und Einbau vielen Hausbesitzern den Umstieg erleichtern könne. Dazu können die Hamburger Energiewerke auch noch Photovoltaikanlagen und Wallboxen zusätzlich zu den Luftwärmepumpen anbieten. Prinz nennt es ein „Rundum-Sorglos-Paket“. Im ersten Jahr rechnen die Hamburger Energiewerke mit vertriebenen Wärmepumpen im dreistelligen Bereich. „Wir können das Angebot aber auch skalieren“, sagt Prinz. Wärmepumpen seien lange „Ladenhüter“ gewesen, sagte Umweltsenatorin Fegebank. Mittlerweile entwickelten sich aber „zum Kassenschlager“. Das liege auch daran, dass die Pumpen umfänglich gefördert würden und absehbar günstiger zu betreiben sein als Gasheizungen. Der Weg bis zur Zielzahl an Wärmepumpen, die Hamburg für eine Klimaneutralität benötige, sei aber noch lang. Deshalb sei es gut, dass die Hamburger Energiewerke als ein weiterer Player fungierten. Den Einbau übernehmen Handwerker aus Hamburger Betrieben Das Angebot der Energiewerke richtet sich ausdrücklich an Haushalte ohne Fernwärmeanschluss. Eine technische Prüfung vor Ort soll klären, ob eine Wärmepumpe im konkreten Gebäude sinnvoll betrieben werden kann. Verbaut werden nach Angaben des Unternehmens Komponenten deutscher Hersteller, die Vorlauftemperaturen bis zu 75 Grad Celsius erlauben. Die Geräte nutzen Propan als Kältemittel. Ein Pufferspeicher mit Frischwasserstation gehört standardmäßig zur Anlage und ist für die Warmwasserbereitung vorgesehen. Für dicht bebaute Stadtgebiete kündigt der Versorger Lösungen an, die den Schallschutz berücksichtigen sollen. Eingebaut werden die Pumpen von Hamburger Firmen, mit denen die Energiewerke Verträge geschlossen haben.