Bereits am 5. Dezember 2025 hat der Zoll im Hamburger Hafen 400 Kilogramm Heroin beschlagnahmt. Die Drogen waren in einem Seecontainer aus Singapur verborgen, der laut Frachtpapieren mit Papierrollen für die Druckindustrie beladen sein sollte. Im Rahmen sogenannter risikoorientierter Kontrollen wählten Beamte des Hauptzollamts Hamburg den Container für eine genauere Überprüfung aus. Eine Röntgenkontrolle zeigte Unregelmäßigkeiten, die auf versteckte Gegenstände in den schweren Rollen hindeuteten. Nach dem Abrollen der mehrere hundert Kilogramm schweren Papierrollen kamen rechteckige Pakete zum Vorschein. Insgesamt wurden 400 einzeln verpackte Einheiten Heroin entdeckt und sichergestellt. Nach Angaben des Zolls handelt es sich um eine der größten Einzelsicherstellungen dieser Droge in Deutschland in den vergangenen Jahren. Der geschätzte Straßenverkaufswert lag bei rund 32 Millionen Euro. Im Anschluss an die Sicherstellung führten Kräfte des Zollfahndungsamts Hannover am 21. Januar 2026 Durchsuchungen in mehreren Wohn- und Geschäftsräumen in Bremen, Bremerhaven und Osterholz-Scharmbeck durch. Dabei wurden unter anderem elektronische Beweismittel beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden. Die Ermittlungen erfolgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bremen. Aus ermittlungstaktischen Gründen habe man die Öffentlichkeit erst jetzt über den Fund informiert, teilte das Zollfahndungsamt mit. Der Leiter des Zollkriminalamts, Dr. Tino Igelmann, erklärte, die Sicherstellung zeige die Wirkung der gebündelten Maßnahmen aus Risikoanalyse, Kontrolle und Ermittlungsarbeit an den deutschen Seehäfen. Der Zoll kündigte an, die Untersuchungen zu den Hintergründen des Schmuggels und zu möglichen Tatverdächtigen weiterzuführen. Einer der wichtigsten Umschlagplätze Der Hamburger Hafen gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Umschlagplätze für den internationalen Drogenhandel in Deutschland. Den größten Anteil der Sicherstellungen machen dabei Kokainlieferungen aus, die häufig aus Südamerika in Containern mit legaler Ware wie Bananen, Kaffee oder Holz versteckt werden. In den vergangenen Jahren stellten Zoll und Polizei regelmäßig Mengen im Tonnenbereich sicher. Heroinfunde in dieser Größenordnung sind dagegen vergleichsweise selten und werden deutlich häufiger über Landrouten aus Südosteuropa oder dem Nahen Osten nach Mitteleuropa geschmuggelt. Entdeckungen in Seecontainern im Hamburger Hafen kommen vor, gehören jedoch nicht zu den typischen Schmuggelwegen für diese Droge.