Der Verkauf von Feuerwerk wie Silvesterraketen und Böllern in Deutschland hat begonnen. Supermärkte und Discounter dürfen solches Feuerwerk der Kategorie F2 nur an den letzten drei verkaufsoffenen Tagen des Jahres verkaufen – dieses Jahr also ab dem 29. Dezember. Abgebrannt werden darf es nur an Silvester und Neujahr. Vor den Verkaufsstellen bildeten sich am Montag in vielen Bundesländern lange Schlangen. Im bayerischen Raum berichten Medien über Männer, die schon gegen 1 Uhr morgens auf den Parkplätzen vor Discountern warteten (verlinkt auf https://www.merkur.de/verbraucher/tumultartige-szenen-bei-lidl-am-29-12-die-ersten-kamen-wohl-schon-um-15-uhr-94101122.html) , um sich bei der Öffnung der Geschäfte Feuerwerk zu sichern. In Bremerhaven besuchte WELT-TV-Reporter Gerrit Schröder (verlinkt auf https://www.welt.de/videos/video69521e79f6fc544dba9b616d/privates-feuerwerk-problem-sind-nicht-knaller-sondern-die-knallkoeppe.html) einen Großverkauf. Schon am frühen Morgen kamen zur Eröffnung viele Käufer. Der Reporter berichtete von Kunden, die 40 Kisten beim Verkaufsstart abtransportierten, ein Kunde habe mehr als 1600 Euro ausgegeben. Die Nachfrage sei riesig. Im Interview sagte ein 18-Jähriger in Bremerhaven, er gebe rund 250 Euro für Böller aus: „Das Ganze zu verbieten, wäre schade, da es doch ein schöner Moment ist für viele Menschen.“ Drei Viertel wollen nicht böllern Allerdings sind die Feuerwerks-Fans in der Minderheit (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6919ecc158d2cfb625f5df04/silvester-in-berlin-feuerwehrchef-fordert-boellerverbot-und-zentrale-feuerwerkszonen-zum-jahreswechsel.html) , zeigt eine aktuelle Umfrage. Nur gut jeder fünfte Bundesbürger (22 Prozent) will zum Jahreswechsel privates Feuerwerk zünden. Drei Viertel der Befragten (74 Prozent) geben an, zu Silvester auf pyrotechnische Artikel wie Raketen, Fontänen oder Böller zu verzichten, 4 Prozent wissen es noch nicht oder machen keine Angabe. Das teilte der TÜV-Verband auf Grundlage einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey mit. Am liebsten wollen die Deutschen das Feuerwerk untersagen. Der Umfrage zufolge sprechen sich knapp zwei Drittel der Bevölkerung (65 Prozent) für ein vollständiges oder teilweises Feuerwerksverbot aus. 43 Prozent seien für ein generelles Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk mit Ausnahme von Kleinstfeuerwerk wie Wunderkerzen oder Tischfeuerwerk, hieß es. Jeder Fünfte (22 Prozent) plädiert für ein Verbot von Böllern und Knallkörpern. 33 Prozent lehnen laut der Umfrage jegliche Verbote ab. Der TÜV verweist dabei auf die schweren Verletzungen, die alljährlich durch Pyrotechnik verursacht werden, etwa Knalltraumata, Verbrennungen oder abgerissene Finger und Hände. Mehrheit ärgert sich über Müll 56 Prozent der Befragten stört sich der Mitteilung zufolge auch an der enormen Menge von Feuerwerksmüll, der an den Tagen nach dem Jahreswechsel entfernt werden muss. 37 Prozent sehen Feuerwerk grundsätzlich als zu umweltschädlich an. 32 Prozent der Bürger fühlen sich durch Böller im öffentlichen Raum unsicher; dies gilt vor allem für Frauen (45 Prozent). Der Chef des deutschen Zolls warnte vor dem Jahreswechsel vor illegalen Silvester-Böllern: „Nicht zugelassenes Feuerwerk kann zu einer ernsthaften Gefahr werden und schwere, teils sogar bleibende Verletzungen verursachen“, sagte der Präsident der Generalzolldirektion, Armin Rolfink. 2024 hatte der Zoll demnach mehr als sieben Tonnen nicht zugelassener Pyrotechnik sichergestellt – mehr als in den drei vorangegangenen Jahren zusammen. Die Einfuhr nicht zugelassener Feuerwerkskörper aus dem Ausland sei verboten und führe zu Strafverfahren, mahnte Rolfink. Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk sieht im alljährlichen Silvesterfeuerwerk einen tief verwurzelten Brauch, der auch einer Sehnsucht nach Gemeinschaft entspricht. „Silvesterfeuerwerk erzeugt einen sozialen Resonanzraum“, sagte der Geschäftsführer des Vereins, Felix Martens. Der gemeinsame Blick in den erleuchteten Nachthimmel stifte ein Gefühl von Gemeinschaft und überbrücke für Minuten soziale Grenzen. „Der Brauch zum Jahreswechsel ist individuell und dennoch demokratisch und kollektiv“, führte der Vertreter des Branchenverbandes aus. Die hohe Nachfrage nach Feuerwerk sei Ausdruck einer Sehnsucht nach Gemeinschaft und gemeinsamen Ritualen. Zugleich rief der Verband zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik auf und warnte vor illegaler Pyrotechnik sowie vor gefährlichen Eigenbauten. Zum Jahreswechsel 2024/2025 machte die Branche nach Angaben des Verbandes der pyrotechnischen Industrie mit rund 197 Millionen Euro bereits einen Rekordumsatz. Und nach Angaben des Statistischen Bundesamt wurde in diesem Jahr noch deutlich mehr Feuerwerk importiert als im Vorjahr.