Welt 10.02.2026
19:12 Uhr

Drittes deutsches Gold – Rodlerin Taubitz rast zum Olympiasieg


Die Erfolge der deutschen Mannschaft im olympischen Eiskanal setzen sich fort. Nach dem Sieg von Max Langenhan bei den Männern gewinnt Julia Taubitz die Einzelkonkurrenz der Frauen. Es ist dritte deutsche Goldmedaille bei den Winterspielen.

Drittes deutsches Gold – Rodlerin Taubitz rast zum Olympiasieg

In einem Höllentempo rast Rodlerin Julia Taubitz ihrem so lange ersehnten Gold im Eiskanal entgegen. Wenige Sekunden liegen nur noch zwischen ihr und dem großen Triumph, der ihr nicht mehr zu nehmen ist. Zu groß war ihr Vorsprung zum Start des vierten Laufs, zu sicher und schnell fährt sie auch jetzt. Im Ziel gibt Olympiasieger Max Langenhan (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article69888f6e00d739e7f4059ece/olympia-erstes-gold-fuer-deutschland-die-traenen-des-max-langenhan-wuerde-die-medaille-gern-in-tausend-stuecke-teilen.html) den Zeremonienmeister, ruft das ganze Team an die Bande des Cortina Sliding Centre. Dann rauscht Taubitz heran – und die zweite Gold-Party der Rodler beginnt. Mit einem gigantischen Vorsprung von 0,918 Sekunden auf die Lettin Elina Bota krönt sie sich zur Olympiasiegerin. Für die 29-Jährige ist dies nach dem Drama von Peking eine olympische Erlösung und der verdiente Lohn jahrelanger Dominanz im Weltcup. Ihr Triumph an diesem Dienstagabend in Cortina bedeutet zudem die dritte Goldmedaille dieser Winterspiele für die deutsche Mannschaft. Zuvor hatten bereits Langenhan und Skispringer Philipp Raimund (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article698a17a57a1f02b93fb501b1/skispringen-so-fokussiert-wie-noch-nie-in-seinem-leben-philipp-raimunds-wandlung-zum-gold-springer.html) gesiegt. Taubitz und Langenhan dürften auch gesetzt sein für die Teamstaffel am Donnerstag – ihre nächste Goldchance. Dass die 29 Jahre Taubitz eine Ausnahmeathletin mit beeindruckender Konstanz ist, weiß die Rodelwelt seit Jahren: Fünfmal gewann sie schon den Gesamtweltcup – erstmals 2019/20, dann war sie einmal Zweite, bevor sie ab 2021/22 zur Seriensiegerin avancierte. Nur auf der größten Bühne des Weltsports erlebte sie ein Debakel: Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking legte Taubitz als Topfavoritin im ersten Lauf mit Bahnrekord vor – und stürzte dann nach einem Fahrfehler im zweiten Durchgang. Beim damaligen deutschen Doppelsieg von Natalie Geisenberger und Anja Berreiter blieb ihr als Siebte nur die Nebenrolle. „Ich habe lange gebraucht, um diesen Rückschlag zu verarbeiten“, sagt sie. „Rückblickend bin ich aber dankbar für diese Erfahrung.“ Jetzt also hat sich die Einzel-Weltmeisterin von 2021 und 2025 mit Olympiagold belohnt. Mehr in Kürze.