Das Handy vibriert, die Nachricht scheint höchste Priorität zu haben: Kurz nach 9.30 Uhr erreichte viele Berliner eine Warnmeldung, die umgehend Sorge auslöste: „Extreme Gefahr. Achtung! Warnung Stromausfall für Berlin“, hieß es in der Mitteilung. Der offenbar gemeinte Stromausfall aber hatte sich bereits am 3. Januar ereignet: Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke nahm teilweise bis zu 45.000 Berliner in Bezirken wie Zehlendorf und Wannsee vom Netz. Mehr noch: Am heutigen Mittwochmorgen konnte der Schaden bereits behoben werden, einen Tag früher als von den Behörden in Aussicht gestellt. Warum also eine erneute Warnmeldung? Ein Aufruf eines mit der Warnmeldung verbundenen Internetlinks sorgte dann aber schnell für Entwarnung. Dort erfuhren die geneigten Leserinnen und Leser dann nämlich dem folgenden Sachstand: Die vom Stromausfall betroffenen Haushalte im Südwesten Berlins werden demnach spätestens ab 11 Uhr schrittweise wieder mit Strom versorgt. Die Behörde warnte ferner vor möglichen kurzzeitigen Stromunterbrechungen und bat die Anwohner zudem, zunächst auf eine starke Nutzung der Elektrizität zu verzichten. Sprich, Elektrogeräte sollten erst Schritt für Schritt wieder in Betrieb genommen werden, um eine Überlastung zu vermeiden. Im genauen Wortlaut ist die Mitteilung auch bei X nachlesbar (verlinkt auf https://x.com/Innensenatorin/status/2008808596780318934) , konkret wird etwa auf die Nutzung von „starke Stromverbrauchern“ hingewiesen, genannt werden etwa Waschmaschinen, Wasserkocher, Heizlüfter und E-Auto-Ladestationen. „Ist das ein neuer Anschlag“, fragten sich einige Eine durchaus berechtigte Warnung also. Dennoch sorgte die Art und Weise der Übermittlung in den sozialen Medien für einigen Unmut. Warnmeldung erhalten – „jetzt nachträglich oder was?“ wunderten sich Nutzer auf X. Andere spöttelten (verlinkt auf https://x.com/MarcoJunk/status/2008819975596003533) : „Wurde die Warnmeldung jetzt erst versandt oder ist das ein neuer Anschlag? Da Berlin, kommt beides in F rage.“ So sahen das auch andere Nutzer, Postings mit Bemerkungen wie „Chaoshaufen Berlin“ (verlinkt auf https://x.com/AnnKristin_S_/status/2008823208175378706) oder „Es ist die reinste Posse hier in dieser Stadt“ häuften sich. Der ehemalige „Titanic“-Satiriker und jetzige Europa-Abgeordnete Martin Sonneborn (Die Partei) ätzte auf Instagram in Großbuchstaben: „A L A R M. Eine Woche nach dem Stromausfall (35.000 Haushalte, brrrrrrrr) kam jetzt wenigstens diese Warnung… Smiley. PS: Heißt das, es gibt jetzt wieder STROM?“. Die Meldung wurde über das staatliche Warnsystem Cell Broadcast verschickt. Dieses versendet Gefahrenhinweise – wie beispielsweise bei Unwettern, Bränden oder Bombenfunden – zeitgleich an alle empfangsbereiten Mobiltelefone innerhalb einer lokal betroffenen Funkzelle. Eine App-Installation ist dafür nicht erforderlich.