Welt 10.01.2026
09:53 Uhr

„Die Täter wussten wahrscheinlich genau, wonach sie suchen und wussten auch, wie sie es bekommen“


Dass die Gelsenkirchener Sparkasse nach dem Tresor-Coup wichtige Daten den Behörden nicht übergeben wollte, wirft für NRW-Innenminister Reul ein schlechtes Licht auf das Unternehmen. Zugleich zeigte er sich erstaunt über die Höhe der Beute.

„Die Täter wussten wahrscheinlich genau, wonach sie suchen und wussten auch, wie sie es bekommen“

Nach dem spektakulären Bank-Einbruch in Gelsenkirchen hat sich Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) kritisch über die Kooperation mit der betroffenen Sparkasse geäußert. „Fest steht: Weil die Informationen gefehlt haben und nicht zur Verfügung gestellt wurden, mussten Polizei und Staatsanwaltschaft hier tätig werden“, sagte Reul der „ Rheinischen Post (verlinkt auf https://rp-online.de/nrw/panorama/bankraub-sparkasse-gelsenkirchen-reul-ueber-die-ermittlungen_aid-142003657) “ in Düsseldorf. Die Polizei hatte das Institut am vergangenen Dienstag durchsucht (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article695d32af128ceb4c12ff38e2/gelsenkirchen-nach-millionenraub-polizei-durchsucht-bankfiliale.html) . „Es ging bei der Durchsuchung der Bank um die Sicherstellung von Datenträgern sowie notwendigen Kundendaten, die bisher noch nicht vorgelegen haben“, erläuterte der Minister. Auf die Frage nach Indizien für einen möglichen Insider antwortete er: „Die Täter wussten wahrscheinlich genau, wonach sie suchen und wussten auch, wie sie es bekommen.“ Alles Weitere würden die Ermittlungen ergeben. Die Dimension des Gelsenkirchener Millionen-Coups sei bemerkenswert, sagte Reul. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Geld in Bankschließfächern schlummert, sondern dass man sein Geld sicher aufs Konto legt.“ Ende Dezember hatten sich bislang unbekannte Täter über ein Parkhaus Zutritt zu der Bank verschafft und ein großes Loch in eine Wand gebohrt, um in den Tresorraum zu gelangen. Der Coup soll sich über mehrere Tage hingezogen haben, ohne dass jemand etwas davon mitbekam. Fast alle 3250 Kundenschließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer wurden aufgebrochen. Der Schaden wird noch ermittelt. Er soll nach ersten Schätzungen der Polizei im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen, könnte aber sogar noch deutlich höher sein. Vor allem Gold, Bargeld und Schmuck soll erbeutet worden sein.