Der Eigenanteil für einen Platz in Pflegeheimen in Hamburg ist insbesondere wegen höherer Personalkosten in der Pflege erneut gestiegen. Seit dem 1. Januar sind im ersten Jahr im Heim pro Monat 3.284 Euro fällig, wie eine Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) ergab. Das sind monatlich 105 Euro mehr als zum 1. Juli 2025 und 342 Euro mehr als Anfang vergangenen Jahres, wie die der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Daten zeigen. Der zu zahlende Eigenanteil sei damit innerhalb eines Jahres um fast zwölf Prozent gestiegen. Hamburg liege leicht über dem Bundesdurchschnitt. In den Summen ist der Eigenanteil (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6971a030568b91954b0eabb7/pflegeversicherung-heimplatz-kostet-erstmals-mehr-als-5000-euro-eigenanteile-steigen-deutlich.html) für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohnerinnen und -bewohner kommen noch Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten hinzu. Regional gibt es große Unterschiede. Im Ländervergleich am teuersten ist die Pflege im ersten Jahr im Heim aktuell in Bremen mit durchschnittlich 3.637 Euro im Monat und im Saarland mit 3.601 Euro. Am niedrigsten ist die monatliche Belastung im ersten Jahr im Heim nun in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit je 2.903 Euro. Im bundesweiten Schnitt sind 3.245 Euro pro Monat fällig (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/nrw/article68f0c1bddbad4b72062af338/pflegeheim-das-system-mit-dieser-einzelzimmerquote-koennen-wir-uns-nicht-mehr-leisten.html) . Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte, es brauche eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, die Pflegebedürftige in Heimen deutlich entlaste. Sie müssten für Investitions- und Ausbildungskosten aufkommen, die Sache des Staates seien. „Wir fordern die Bundesländer auf, diese Kosten endlich zu übernehmen“, sagte Elsner. Die schwarz-rote Koalition peilt in diesem Jahr eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung an. Kritik auch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz Die Leiterin der Hamburger vdek-Landesvertretung, Kathrin Herbst, betonte: „Dass das Pflegepersonal (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/hamburg/article6905e3c5820970cd3cb122ac/pflege-nirgendwo-verdienen-pflegekraefte-so-viel-wie-in-hamburg.html) gut bezahlt wird, ist eine richtige Entwicklung, die wir begrüßen.“ Falsch sei aber, dass die Pflegebedürftigen den Lohnzuwachs zu einem Großteil allein schultern müssten. „Wir brauchen eine nachhaltige Reform der Pflegefinanzierung, die Pflegebedürftige in Pflegeheimen signifikant entlastet“, forderte Herbst. Sie fügte hinzu: „Würde das Bundesland Hamburg sein politisches Versprechen einlösen und die Investitionskosten übernehmen, könnten Pflegebedürftige 571 Euro im Monat sparen.“ Die Übernahme der Ausbildungskosten würde Pflegebedürftige um weitere 195 Euro entlasten. Kritik kam ferner von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. „Die unkontrolliert davon galoppierenden Eigenanteile schnüren den rund 14.000 Pflegeheimbewohnern in Hamburg die Luft ab“, sagte Vorstand Eugen Brysch. Denn trotz Erhöhung der Zuschüsse 2024 seien die Kosten seitdem in den ersten zwölf Monaten nach Pflegeheimeinzug um rund 38 Prozent gestiegen. Deshalb dürfe sich der rot-grüne Senat bei der Finanzierungspflicht „nicht länger aus der Verantwortung stehlen“. Nur für Unterbringung, Verpflegung und überdurchschnittlichen Komfort sollte weiter jeder selbst zahlen. Bei den Gesamtbelastungen kommt es auf die Aufenthaltsdauer im Heim an. Danach richten sich Entlastungszuschläge, die Pflegebedürftige von den Pflegekassen erhalten. Der Eigenanteil für die reine Pflege wird damit im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent gedrückt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.