Die für Samstag geplante Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens ist verschoben worden. Eine Sprecherin der EU gab dies am Donnerstagabend am Rande des EU-Gipfels in Brüssel bekannt. Der Abschluss wird nun für Mitte Januar angestrebt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Vormittag noch auf eine Entscheidung bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs gedrungen. Nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gibt es eine Mehrheit für die Unterzeichnung des Mercosur-Freihandelsabkommens. Zwar sei man auf dem EU-Gipfel der Bitte der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nachgekommen, den finalen Beschluss nochmals bis Januar zu verschieben, sagte Merz am Freitagmorgen nach Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel. „Aber nach 25 Jahren (Verhandlungen) kommt es jetzt auf zwei Wochen auch nicht mehr an.“ Meloni habe zugesagt, dass spätestens Mitte Januar der Termin in Brasilia nachgeholt werden könne, sagte Merz zu der eigentlich für Samstag geplanten Unterzeichnungszeremonie mit den südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. „Damit ist es jetzt sicher, dass Mercosur in Kraft treten kann nach der Zustimmung der italienischen Regierung.“ Er gebe die Hoffnung nicht auf, dass vielleicht auch noch die französische Regierung zustimmen werde. „Aber selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist die qualifizierte Mehrheit im Rat gesichert.“ Auch von der Leyen sagte, sie sei zuversichtlich, dass die Mehrheit jetzt stehe. Kritik von den Grünen: „Deutliche Schlappe für von der Leyen“ Das Handelsabkommen der EU mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay soll die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Über 25 Jahre hatten die Partner über die Details verhandelt. Bei mehreren EU-Staaten stößt das Abkommen jedoch auf Widerstand. Insbesondere Italien, Frankreich und Polen befürchten Nachteile für ihre heimischen Bauern. Sie sehen die Landwirtschaft unzureichend vor billigeren Importen aus Südamerika geschützt. Ursprünglich wollte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag nach Brasilien reisen, um das Freihandelsabkommen zu unterzeichnen. „Die Verschiebung ist eine deutliche Schlappe für Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Es ist ihr nicht gelungen, die berechtigten Bedenken von Ländern wie Frankreich auszuräumen“, erklärte die Europaabgeordnete Anna Cavazzini (Grüne) nach Bekanntwerden der Entscheidung. Auch eine Zustimmung des Europaparlaments sei keineswegs sicher. Das Abkommen berge erhebliche Risiken für Umwelt und Landwirtschaft in der EU.