Welt 30.01.2026
12:00 Uhr

„Der kälteste Januar seit 2010“ – Umweltbehörde hebt Streusalz-Verbot erneut auf


Weil der Winter weiter Schnee und Glätte bringt, reagiert die Umweltbehörde. Von Sonntag an soll es im Norden noch einmal deutlich kälter werden. Schon jetzt gibt es viele Ansprachen durch Wegewarte.

„Der kälteste Januar seit 2010“ – Umweltbehörde hebt Streusalz-Verbot erneut auf

Hamburg erlebt weiter ein untypisch hartes Winterwetter. In der Nacht zu Freitag hat es erneut leicht geschneit, weshalb die Stadtreinigung seit 3 Uhr mit voller Stärke im Einsatz ist. Nach Angaben der Behörde sind 728 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit 360 Fahrzeugen unterwegs, um Hauptverkehrsstraßen, wichtige Kreuzungen, Bushaltestellen sowie Geh- und Radwege von Schnee und Eis zu befreien. Mit größeren Neuschneemengen ist zunächst nicht zu rechnen. Das aktuelle Schneegebiet ziehe langsam nach Norden ab, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Ab dem Nachmittag könne es an der Ostseeküste noch einmal länger schneien. Insgesamt werde das Wetter im Norden jedoch trüb bleiben, die Temperaturen bewegen sich weiterhin um den Gefrierpunkt. Von Sonntag an soll es deutlich kälter werden. Streuen bis 13. Februar erlaubt Angesichts anhaltender Frosttage und vieler vereister Flächen hat die Verkehrsbehörde das in Hamburg geltende Nutzungsverbot von Tausalz vorübergehend aufgehoben. Eine entsprechende Allgemeinverfügung erlaubt den Einsatz von Streusalz ab sofort bis zum 13. Februar. Der Senat begründet den Schritt mit den seit Wochen anhaltenden Minusgraden und dem Umstand, dass festgefrorene Eisplatten vielerorts kaum noch mit Sand oder Split zu beseitigen seien. Hamburg erlebt derzeit den kältesten Januar seit 2010; die Durchschnittstemperatur liegt bei –0,4 Grad Celsius. Schon Anfang Januar war das Streusalzverbot aufgehoben worden. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sprach von einer notwendigen Maßnahme, um sichere Wege zu gewährleisten – besonders für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen. Zwar sei der städtische Winterdienst ununterbrochen im Einsatz, doch in einigen Fällen reichten die üblichen Mittel nicht mehr aus. Man bitte jedoch darum, Tausalz „maßvoll und umsichtig“ einzusetzen. Auch Bezirkssenator Andreas Dressel (SPD) begrüßte die Entscheidung. Die meisten Hamburgerinnen und Hamburger kämen ihrer Räum- und Streupflicht bereits nach, sagte er. Die Möglichkeit, nun auch Tausalz zu verwenden, erleichtere die Arbeit. Die Wegewarte der Stadt hätten im Januar bereits mehr als 2300 Verwarnungen oder Ansprachen ausgesprochen. Räumpflichtige blieben zudem verantwortlich – auch dann, wenn externe Dienstleister beauftragt seien. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) verwies auf die Belastung der Stadtreinigung, die seit Jahresbeginn regelmäßig in voller Stärke ausrücke. Das Team arbeite seit Wochen nachts durch. Die temporäre Aufhebung des Verbots solle die Arbeit der Stadtreinigung auf anliegerfreien Gehwegen und Radwegen erleichtern. Gleichzeitig appellierte Fegebank an Anliegerinnen und Anlieger, die neuen Möglichkeiten ebenfalls zu nutzen, um Gehwege sicher zu halten. Die Hamburger CDU fordert schon länger, das Streusalz-Verbot grundsätzlich aufzuheben.