Welt 27.01.2026
12:12 Uhr

„Der Prozess implodiert geradezu“ – Verteidiger beantragt Einstellung des Block-Verfahrens


Der Rechtsanwalt der Angeklagten Christina Block sieht keine Möglichkeit einer objektiven Wahrheitsfindung mehr. Zu viele Aktenbestandteile würden in den Medien auftauchen, Zeugen passten sich der Medienberichterstattung an und stimmten sich untereinander ab, kritisiert Ingo Bott.

„Der Prozess implodiert geradezu“ – Verteidiger beantragt Einstellung des Block-Verfahrens

Die Verteidigung der angeklagten Unternehmerin Christina Block hat die Einstellung des Verfahrens um die Entführung der Block-Kinder beantragt. Eine objektive Wahrheitsfindung sei nicht mehr möglich, sagte Christina Blocks Anwalt Ingo Bott zum Auftakt des 33. Prozesstages. Wörtliche Zitate und Aussagen aus den Akten würden an Medien weitergegeben und veröffentlicht, bevor sie in der Hauptverhandlung Thema seien. Zeugen passten sich der Medienberichterstattung an und stimmten sich untereinander ab, kritisierte Bott. Wahrheiten würden immer wieder neu angepasst. „Der Prozess implodiert geradezu“, sagte der Rechtsanwalt. Die Tochter von Eugen Block, dem Gründer der Steakhaus-Kette „Block House“, ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder gegeben zu haben. Die 52-Jährige bestreitet das. Der damals zehnjährige Sohn und die 13 Jahre alte Tochter von Christina Block waren in der Silvesternacht 2023/24 am Wohnort des Vaters in Dänemark entführt und schließlich nach Hamburg gebracht worden. Vorausgegangen war ein jahrelanger Sorgerechtsstreit. Für den heutigen Prozesstag ist die Vernehmung eines Privatdetektivs als Zeuge vorgesehen. Am Montag hatte ein Kinderpsychologe ausgesagt.