Welt 14.12.2025
17:55 Uhr

Der „Held von Bondi Beach“ – Passant riss Angreifer die Waffe aus der Hand


Ein Passant hat beim Anschlag am Bondi Beach womöglich noch Schlimmeres verhindert, indem er sich auf einen Angreifer stürzte. Laut einem Medienbericht arbeitet der Helfer als Obsthändler – und wurde selbst angeschossen.

Der „Held von Bondi Beach“ – Passant riss Angreifer die Waffe aus der Hand

Das mutige Eingreifen eines Passanten beim Angriff auf eine Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka in Sydney hat womöglich vielen Menschen das Leben gerettet. Der Mann überwältigte und entwaffnete einen der Angreifer, die am Sonntag am Bondi Beach mindestens 15 Menschen erschossen. Auf in sozialen Medien verbreiteten Videos ist zu sehen, wie er einen der Schützen von hinten zu Boden stößt und ihm das Gewehr entreißt. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Echtheit des Videos bestätigen. Politiker würdigten die außergewöhnliche Tapferkeit des Mannes, der sein eigenes Leben riskiert habe, um das anderer zu retten. Der Regierungschef des Bundesstaates New South Wales, Chris Minns, bezeichnete die Entwaffnung des Schützen als „die unglaublichste Szene, die ich je gesehen habe“. „Dieser Mann ist ein wahrer Held, und ich habe keinen Zweifel, dass heute Abend viele, viele Menschen dank seiner Tapferkeit noch am Leben sind“, sagte Minns. ++ Lesen Sie alle Entwicklungen um den Anschlag im Liveticker (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article693e7c09629fc38b106a3045/liveticker-zum-anschlag-in-australien-der-held-vom-bondi-beach-passant-riss-angreifer-die-waffe-aus-der-hand.html) ++ In den sozialen Netzwerken verbreiteten sich die Aufnahmen rasch. Zahlreiche Nutzer priesen den Mut des Mannes und erklärten, seine Tat habe unzählige Leben gerettet. „Dieser australische Mann hat unzählige Leben gerettet, indem er einem der Terroristen am Bondi Beach die Waffe abnahm. HELD“, schrieb ein Nutzer. Dem australischen TV-Sender 7News (verlinkt auf https://www.youtube.com/watch?v=IUEcLiZI6sI) zufolge soll der Helfer selbst angeschossen worden sein. Er sei am Arm von zwei Kugeln getroffen worden, berichtete der Sender unter Berufung auf einen Verwandten. Ein Video zeigte den Mann am Boden sitzend mit einer Wunde am Arm. Er heiße Ahmed al Ahmed, sei ein 43-jähriger Familienvater und besitze einen Obst- und Gemüseladen in Sutherland südlich von Sydney, berichtete 7News. Bei dem Angriff (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article693e8ea8f679420e000b4448/angriff-am-bondi-beach-absolute-hoelle-auf-erden-der-terroranschlag-der-australien-erschuettert.html) am ersten Abend des jüdischen Lichterfestes Chanukka wurden mindestens 15 Menschen getötet und fast 30 weitere verletzt, darunter zwei Polizisten. Zudem wurde ein mutmaßlicher Schütze getötet, ein weiterer befindet sich in kritischem Zustand. Die Polizei untersucht, ob ein dritter Schütze an dem Angriff beteiligt war. Zudem kam ein Bombenräumkommando wegen mehrerer mutmaßlicher improvisierter Sprengsätze zum Einsatz. Angriffe mit vielen Todesopfern sind selten in Australien, das als eines der sichersten Länder der Welt gilt. Der Angriff vom Sonntag war der schlimmste Vorfall dieser Art im Land seit 1996, als ein Bewaffneter an einem Touristenort im südlichen Bundesstaat Tasmanien 35 Menschen tötete.