Welt 13.01.2026
08:45 Uhr

„Das wird uns auch tagsüber beschäftigen“ – Hamburgs Winter bleibt tückisch


Zwar wird es in Hamburg wärmer, aber auch regnerisch – und das sorgt auf den Straßen für neue Probleme, zum Beispiel am Elbtunnel. Aber auch der schmelzende Schnee bringt für Hausbesitzer Herausforderungen. Eine S-Bahn-Fahrt endet im Chaos.

„Das wird uns auch tagsüber beschäftigen“ – Hamburgs Winter bleibt tückisch

Das Winterwetter zeigt sich von heute an in Hamburg von einer anderen Seite: Nach Tagen mit Schnee und Frost setzt seit der Nacht Regen ein, der die Lage nicht entspannt, sondern neue Probleme schafft. Schmelzwasser dringt in Keller und Wohnungen, Dächer ächzen unter der schweren Schneelast, die durch den Regen noch zunimmt. Seit etwa 21.30 Uhr rücken die Einsatzkräfte der Feuerwehr immer wieder aus – und ein Ende ist nicht in Sicht. „Das wird uns auch tagsüber beschäftigen“, sagt ein Sprecher. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Glatteis durch gefrierende Nässe. Nebel und Sprühregen prägen den Morgen, die Temperaturen steigen nur leicht auf vier bis sechs Grad. Für die Stadtreinigung bedeutet das: Volle Kraft voraus. Seit 2.30 Uhr sind 728 Helfer mit mehr als 360 Fahrzeugen unterwegs, um Hauptstraßen, Buslinien und Fußgängerüberwege zu streuen. Dennoch bleibt es gefährlich glatt, Nebenstraßen werden nicht bedient. Immerhin: Laut Polizei gab es bislang keine größeren Unfälle. Einschränkungen auf der A7 Autofahrer auf der A7 mussten wegen des Winterwetters jedoch am Elbtunnel mit Einschränkungen rechnen. In Richtung Nord war der Elbtunnel am Dienstagmorgen voll gesperrt, wie die Niederlassung Nord der Autobahn GmbH des Bundes mitteilte. Die Polizei leitet den Verkehr demnach ab Waltershof ab. Die Feuerwehr beseitigt dort aktuell Eisplanken, die sich auf den Lamellen über dem südlichen Tunnelportal gebildet haben und die auf die Fahrbahn herabzufallen drohen. Die Dauer der Einschränkung war zunächst noch offen. Auch der Tierpark Hagenbeck kämpft mit den Folgen des Winters. Seit Freitag sind die Tore geschlossen – zu gefährlich ist die Glätte für Besucher. „Wann wir wieder öffnen können, hängt vom Wetter ab“, sagt eine Sprecherin. Für die Tiere bedeutet das Umzug: Elefanten und Zebras bleiben in den Innengehegen, während Tiger und Robben das frostige Klima genießen. Selbst Aras und Flamingos wagen sich hinaus, doch die schweren Schneemassen auf den Volieren bereiten Sorgen. Tierpfleger schuften, um die Käfige zu sichern – sonst droht Einsturzgefahr. Und dann der Albtraum im Feierabendverkehr am Montag: Gegen 15 Uhr bleiben gleich drei S-Bahnen zwischen zwei Haltestellen liegen. Hunderte Menschen sitzen mehr als zwei Stunden in den Waggons fest. Auslöser ist eine vereiste Stromschiene auf der Strecke der Linie S3 zwischen Elbbrücken und Hammerbrook. Mehr als 500 Personen sind allein in diesem Zug betroffen. Weil der Strom abgeschaltet werden muss, bleiben zwei weitere Bahnen stehen. Evakuierungen auf freier Strecke? Keine Option – zu gefährlich bei 30 Zentimetern Schnee und spiegelglatter Fahrbahn, wie die Bundespolizei erklärt. Unter den Fahrgästen sind kleine Kinder und Menschen im Rollstuhl. Und schließlich ein Einsatz, der alles andere in den Schatten stellt: In Farmsen-Berne bricht am Montagabend Feuer in einer Wohnunterkunft aus. Eine schwangere Frau sitzt im fünften Stock fest. Die Feuerwehr rettet sie unverletzt, löscht die Flammen schnell. Doch die Wohnungen sind vorerst unbewohnbar. Zur Brandursache gibt es noch keine Angaben.