Welt 05.02.2026
07:39 Uhr

Das sind die 10 besten Serien aller Zeiten – laut Zuschauern


Was ist die beste Serie aller Zeiten? Das ist eine dieser großen, fast unmöglich zu beantwortenden Fragen. Und doch liefert die Filmdatenbank IMDb eine Antwort, die womöglich belastbarer ist als jede redaktionelle Bestenliste.

Das sind die 10 besten Serien aller Zeiten – laut Zuschauern

Welche Serien muss man gesehen haben? Jenseits von Feuilleton-Lieblingen und Streaming-Hypes gibt es einen Maßstab, der auf diese Frage eine erstaunlich gute Antwort liefert: die kollektive Meinung von Millionen Zuschauern, die Filme und Serien in der Filmdatenbank IMDb bewerten. Bevor wir dir verraten, welche Serien wirklich sehenswert sind, beantworte uns folgende Frage: Wie das Ranking entsteht Die IMDb-Liste der bestbewerteten Serien (verlinkt auf https://m.imdb.com/de/chart/toptv/) basiert auf einer Formel, die zwei Faktoren kombiniert: die Anzahl der abgegebenen Bewertungen und den Bewertungswert, wobei Stimmen von aktiven (regulären) Nutzern stärker gewichtet werden. Aufgenommen werden zudem ausschließlich Serien und Miniserien, für die mindestens 10.000 Nutzerbewertungen vorliegen und wenn mindestens fünf Episoden ausgestrahlt wurden. So kommt ein Ranking zustande, das sogar beliebte Hype-Serien wie „Stranger Things“ (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/article6926a66a581463e89a04d25d/staffel-5-der-kultserie-stranger-things-auf-netflix-das-kann-man-von-der-letzten-staffel-erwarten.html) links liegen lässt. Das IMDb-Top-Ranking zeigt aber auch: Zuschauer schätzen Komplexität, Ernsthaftigkeit sowie bildgewaltige Produktionen. Deshalb tauchen hier auch Titel auf, die man in klassischen Top-Ten-Listen nicht zwingend erwarten würde. Platz 10: „Unser Kosmos: Die Reise geht weiter“ Dass eine Wissenschaftsserie überhaupt in den Top Ten auftaucht, ist bereits bemerkenswert. Dass sie sich dort hält, erst recht. „Unser Kosmos“ übersetzt Astrophysik, Evolution und Zeitgeschichte in eine erzählerische Form, die offenbar viele Menschen in ihren Bann zieht. Neil deGrasse Tyson (verlinkt auf https://www.welt.de/wissenschaft/plus238846701/Neil-deGrasse-Tyson-Glauben-Sie-niemals-einem-einzelnen-Wissenschaftler.html) tritt darin nicht als allwissender Professor auf, sondern als Reiseführer durch das Universum. Die Serie erreicht zwar nicht die emotionale Fallhöhe großer Dramen, überzeugt aber offenbar nachhaltig: Viele Bewertungen stammen von Nutzern, die sie Jahre nach Erstausstrahlung entdeckt haben – ein starkes Signal für die Relevanz der Serie. Platz 9: „Unser blauer Planet II“ „Unser blauer Planet II“ ist eine Naturdokumentation auf Kinoniveau. Sie zeigt die Ozeane (verlinkt auf https://www.welt.de/kmpkt/article231897675/Ozeane-Die-Erde-hat-jetzt-fuenf-statt-vier-Weltmeere.html) als spektakulären, aber auch fragilen Lebensraum. Die Serie verzichtet weitgehend auf den moralischen Zeigefinger und trifft womöglich gerade deshalb bei Zuschauern genau ins Schwarze. Die IMDb-Bewertung liegt bei 9,3 von möglichen zehn Punkten für sieben Folgen. Platz 8: „Die Sopranos“ Ohne „Die Sopranos“ (verlinkt auf https://www.welt.de/iconist/news/article6957e4a02ea5cd5da9e5d9ae/the-sopranos-der-mafia-look-geht-in-serie-und-weitere-stil-highlights.html) sähe das moderne Fernsehen sicher anders aus. Die Serie etablierte den Antihelden als Hauptfigur und zeigte, dass Fernsehen psychologisch komplexer sein darf als so mancher Kinofilm. Tony Soprano ist kein klassischer Gangster: Auch, wenn die Figur mit seinem Platz im Therapiesessel hadert, scheint er anerkennen zu müssen, dass auch ein Mafioso mal psychologische Hilfe braucht. Die frühe Staffelstruktur wirkt aus heutiger Sicht recht konventionell. Ein Mikrokonflikt wurde anfangs noch innerhalb einer Folge behandelt, sodass man als TV-Zuschauer auch später noch gut einsteigen konnte. Im Streaming-Zeitalter ist diese Herangehensweise natürlich überholt. Auch die Dialoge sind womöglich nicht mehr ganz zeitgemäß, trotzdem bleibt der Einfluss der Serie unbestreitbar und dies wird von IMDb-Nutzern entsprechend honoriert. Platz 7: „Avatar – Der Herr der Elemente“ IMDb 9,3 | 62 Folgen Die vielleicht größte Überraschung dieser Liste – zumindest auf den ersten Blick: Die Animationsserie „Avatar“, die ursprünglich für ein junges Publikum gedacht war, entwickelt über drei Staffeln eine erzählerische Tiefe, die viele Realserien niemals erreichen. Besonders ist auch: „Avatar“ ist eine der wenigen Serien, die Charakterentwicklung konsequent bis zum Ende durchzieht. Keine Figur bleibt statisch und jeder Konflikt hat Folgen, die der Serie Spannung verleihen. Platz 6: „The Wire“ IMDb 9,3 | 60 Folgen „The Wire“ (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/plus239114997/The-Wire-Darum-ist-dies-immer-noch-die-beste-Serie-aller-Zeiten.html) ist keine Serie zum Nebenbeischauen, da sie von ihren Zuschauern Aufmerksamkeit verlangt. Die Geduld wird aber belohnt: Jede Staffel beleuchtet eine andere gesellschaftliche Institution (Polizei, Politik, Bildung, Medien) aufs Genaueste. Die Ironie des Rankings: Während der Originalausstrahlung war die Serie gar kein Quoten-Hit. Ihre hohe IMDb-Wertung entstand erst über Jahre durch Zuschauer, die sie später entdeckten – auch dank vieler Kritiker, die ihre vielschichtige Handlung zu schätzen wissen. Platz 5: „Chernobyl“ IMDb 9,3 | 5 Folgen Fünf Folgen genügen, um ein kollektives Trauma neu zu verhandeln: „ Chernobyl (verlinkt auf https://www.welt.de/mediathek/dokumentation/history/sendung237564173/Geheimakte-Tschernobyl-1.html) “ erklärt die Katastrophe nicht zum Spektakel. Vielmehr gibt sie das Geschehene als Summe menschlicher Entscheidungen und Fehleinschätzungen wider. Fans und Kritiker feiern die Serie, weil sie historische Präzision mit emotionaler Wucht vereint. Viele IMDb-Nutzer bewerteten sie wohl deshalb direkt nach dem Sehen extrem hoch. Platz 4: „Band of Brothers: Wir waren wie Brüder“ IMDb 9,4 | 10 Folgen Eine Kriegsserie ohne Heldenpathos: „Band of Brothers“ bleibt konsequent bei der Perspektive der Soldaten und verzichtet auf große strategische Erklärungen. Der Fokus liegt dagegen auf Kameradschaft, Angst und Zufall. Viele Schauspieler verbrachten vor Drehbeginn Wochen in einem militärischen Trainingslager. Die dadurch entstandene Dynamik prägt die Serie sichtbar. Platz 3: „Planet Erde“ „Planet Erde“ gilt als leuchtendes Beispiel für packende Dokumentationen. Die BBC-Reihe verwandelte Naturspektakel in eine epische Erzählung mit klaren dramaturgischen Bögen und ikonischen Bildern. Die Serie ist daher mehr als fast zwei Jahrzehnte hinweg konstant hoch bewertet worden. Kaum ein anderes Format auf IMDb weist eine derart stabile Bewertungsentwicklung auf. Platz 2: „Planet Erde II: Eine Erde – viele Welten“ IMDb 9,4 | 6 Folgen Jede Folge widmet sich einem Lebensraum – zum Beispiel den Wüsten (verlinkt auf https://www.welt.de/reise/deutschland/article251244096/Wueste-Hier-liegt-Deutschlands-groesste-Wueste.html) oder dem Dschungel. Die Serie wirkt weniger erklärend als „Planet Erde“, dafür aber noch unmittelbarer auf den Zuschauer. Zwar gibt es hier weniger Folgen, aber eine höhere durchschnittliche Episodenbewertung lässt die Serie noch besser dastehen. Die IMDb-Formel belohnt so viel Begeisterung für eine Produktion. Platz 1: „Breaking Bad“ Wer die Serie gesehen hat, weiß, warum sie ein unangefochtener Hit ist: „Breaking Bad“ (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/medien/gallery109578767/Im-Angesicht-des-Verbrechens.html) vereint narrative Konsequenz, Figurenentwicklung und Spannung auf einem Niveau, das selbst Jahre nach dem Finale schwer erreichbar scheint. Entscheidender Faktor: Die Serie wurde mit jeder Staffel besser bewertet. Die häufige hohe Bewertung und langfristige Review-Stabilität machen „Breaking Bad“ in der IMDb-Logik zur nahezu perfekten Serie – und somit zum Maßstab, an dem sich alle anderen messen lassen müssen. Was sagt uns die Liste der besten Serien? Dass „Breaking Bad“ führt, überrascht kaum. Spannender ist, was nicht vertreten ist: keine klassische Sitcom, kein reines Action-Format, kein kurzfristiger Streaming-Megahit. Stattdessen dominieren Serien, die etwas Geduld und Vertrauen vom Publikum verlangen. Aber auch Produktionen, die stark gestartet sind, aber ein schwaches Ende haben, fehlen in der Liste. Dokuserien (verlinkt auf https://www.welt.de/mediathek/dokumentation/) werden seltener impulsiv bewertet, dafür überdurchschnittlich hoch. Wer sich bewusst Zeit für „Planet Erde“, „Unser blauer Planet II“ oder „Unser Kosmos“ nimmt, bewertet sie anscheinend fast immer positiv.