Ampeln sind im Stadtverkehr so selbstverständlich, dass man sie erst bemerkt, wenn sie ausfallen. Dann geraten Kreuzungen ins Stocken, Busse verlieren Zeit und Fußgänger müssen sich vorsichtig vortasten. Wie häufig das passieren kann, zeigt ein Blick nach Hamburg: Dort werden seit Jahren zahlreiche Ausfälle registriert, und neue Zahlen des Senats zeichnen ein genaues Bild davon, an welchen Stellen die Technik besonders oft aussetzt. Demnach wurden 2023 insgesamt 892 Ausfälle registriert, 2024 waren es 863, und bis zum 20. November 2025 zählte die Stadt bereits 767 Störungen. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der CDU hervor. Die Daten erfassen sämtliche Ausfälle ab einer Dauer von einer Sekunde, unabhängig davon, ob eine Anlage automatisch oder durch Fernzugriff wieder zugeschaltet wurde oder aufwendig repariert werden musste. Auffällig sind einzelne Knotenpunkte, an denen sich Störungen über mehrere Jahre häufen. Am Hammer Steindamm und der Caspar‑Voght‑Straße etwa kam es 2023 bis 2025 zu 28 Ausfällen. An der Fabriciusstraße wurden im selben Zeitraum 20 Störungen verzeichnet. Auch an Autobahnauffahrten und wichtigen Hauptverkehrsachsen treten immer wieder Ausfälle auf. Bis zu 50 neue Ampelanlagen jedes Jahr Der Senat führt die Störungen hauptsächlich auf „Netzstörungen sowie Komponentenausfälle bei überalterten Anlagen“ zurück. Viele Steuergeräte seien am Ende ihrer technischen Lebensdauer, Ersatzteile teils schwer erhältlich. Pro Jahr würden daher zusätzlich zu Modernisierungen im Zusammenhang mit Straßenbaumaßnahmen zwischen 30 und 50 Lichtsignalanlagen erneuert. Die vertraglich geregelten Entstörzeiten seien im Zeitraum 2020 bis Mitte 2025 bei „99,8 Prozent der gemeldeten Störungen eingehalten“ worden, heißt es in der Senatsantwort. Die durchschnittliche Entstörzeit liege bei acht Stunden. Die CDU sieht die Lage kritischer. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Richard Seelmaecker spricht von „zahlreichen Ausfällen“, die eine „ernsthafte Gefahr für die Verkehrssicherheit“ darstellten. Rund 30 Prozent der 1759 Lichtsignalanlagen funktionierten nicht einwandfrei, so Seelmaecker. Die hohen Ausfallzahlen ließen auf „systemische Probleme“ schließen. Der Senat müsse die Ursachen zügig klären und die Ampelinfrastruktur verstärkt modernisieren.