Die Proteste gegen das Mullah-Regime im Iran weiten sich aus. Nach Aufrufen kam es auch in der iranischen Millionenmetropole Maschhad zu Straßendemonstrationen. In der zweitgrößten iranischen Stadt im Nordosten gingen Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen Demonstranten vor, wie Einwohner berichteten. Es sei „wie Krieg“, sagten Augenzeugen. Das Internet ist unterdessen massiv eingeschränkt, kaum noch dringen Nachrichten nach außen. Dennoch dringen einige Videos nach außen. Sie zeigen die Ausmaße, die die Proteste inzwischen angenommen haben. Auf einem Video (verlinkt auf https://x.com/AlinejadMasih/status/2009207210908270658) ist eine ältere Frau mit grauen Haaren zu sehen. Blut klebt an ihrem Mund, während sie weiter demonstriert. Ein Video aus Teheran soll ein brennendes Regierungsgebäude zeigen. Eine jubelnde Menschenmasse steht davor. Journalist Amir Miresmaeili schreibt auf X, es handele sich dabei um „ein Regierungs- und Militärgebäude“. Bereits bei früheren Protestwellen hatten die Behörden das Internet eingeschränkt, um die Verbreitung von Bildern und Videos zu unterbinden. Reza Pahlavi, der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hatte für Donnerstag und Freitag zu Protesten aufgerufen. Der frühere FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai, iranischer Herkunft, kommentierte (verlinkt auf https://x.com/DjirSarai/status/2009359878255747083?s=20) ein Video aus Teheran mit den Worten: „Der Mut der Menschen zum Widerstand ist der Anfang der Freiheit und das Ende des Mullah-Regimes. Die EU darf diese mutige Freiheitsbewegung nicht länger ignorieren.“ Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei wirft den Demonstranten im Land hingegen vor, den USA gefallen zu wollen. „Es gibt auch Leute, deren Arbeit Zerstörung ist“, sagte er. Sie richteten Zerstörung an, „nur damit sich der Präsident der Vereinigten Staaten freut“, sagte das Staatsoberhaupt mit Blick auf Donald Trump. Er fordert US-Präsident Trump auf, sich auf die Probleme in seinem eigenen Land zu konzentrieren. Zugleich ruft das geistliche und politische Oberhaupt der Islamischen Republik die Iraner auf, Einheit zu wahren. Auch die Staatsmedien brechen unterdessen ihr Schweigen. „Terroristische Agenten“ der USA (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article69578e1f392c7b91b7cd2306/iran-trump-droht-mullah-regime-wir-sind-einsatzbereit.html) und Israels hätten Brände gelegt und die Gewalt ausgelöst, hieß es in einem kurzen Bericht, der in der 8-Uhr-Nachrichtensendung des Staatsfernsehens am Freitagmorgen ausgestrahlt wurde. Es war die erste offizielle Stellungnahme zu den Demonstrationen. Bei den Protesten sei es zu Gewalt gekommen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article695c7ec6b125e961a2f9985c/ueber-eintausend-betroffene-zahlen-zu-getoeteten-und-verschleppten-in-irans-anhaltender-protestwelle-veroeffentlicht.html) , bei der es auch Opfer gegeben habe, hieß es weiter. Einzelheiten wurden nicht genannt. Zudem wurde berichtet, Demonstranten hätten „private Autos der Bevölkerung, Motorräder, öffentliche Einrichtungen wie die U-Bahn sowie Feuerwehrfahrzeuge und Busse in Brand gesetzt“. Tausende Menschen gingen auch erneut in der Hauptstadt Teheran auf die Straßen. Von Balkonen riefen am Donnerstagabend viele Menschen Parolen wie „Tod der Islamischen Republik“ und „Tod dem Diktator“, wie Augenzeugen Reportern der Nachrichtenagentur AP schilderten. Einige huldigten auch dem mit der Revolution 1979 gestürzten Schah und dessen Sohn Pahlavi. Die Demonstrationen hatten Ende Dezember begonnen, nachdem die Landeswährung Rial gegenüber dem Dollar auf ein Rekordtief gefallen war. Das treibt die Inflation und damit die Lebenshaltungskosten nach oben. Bei den Protesten sind aber auch zunehmend Rufe gegen die theokratische Führung des Irans laut geworden. Iraner protestieren schon am Morgen weiter Bereits am Freitagmorgen haben die Iraner ihre Proteste fortgesetzt. Aktivisten verbreiteten kurze Online-Videos, die ihren Angaben zufolge Demonstranten zeigen, die an Lagerfeuern Parolen gegen die iranische Regierung skandieren. Straßen in der Hauptstadt Teheran und in anderen Gebieten waren demnach mit Trümmern übersät. Das volle Ausmaß der Demonstrationen ließ sich wegen eines Stromausfalls zunächst nicht feststellen.