Lisa Müller hat sich eine große Pferdezucht südlich von München aufgebaut. Täglich ist sie dort im Einsatz, weshalb sie ihren prominenten Ehemann Thomas auch nicht bei dessen Engagement in Kanada unterstützen könne. Der Fußball-Weltmeister von 2014 spielt dort seit dem vergangenen Sommer für die Vancouver Whitecaps. Im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ (verlinkt auf https://www.sueddeutsche.de/sport/lisa-mueller-interview-thomas-mueller-pferde-wettlkam-dressur-li.3362274?reduced=true) hat die 36-Jährige nun zu Gerüchten über eine kriselnde Ehe Stellung bezogen. Zudem spricht sie über ihre große Passion und ihr Engagement in der CSU. Lisa Müller über ... ... ihre Anfänge als Reiterin: „Mein Opa hat sich irgendwann erbarmt und mir ein Freizeitpferd gekauft, mit dem man alles machen konnte, ein bisschen Dressur, ein bisschen im Gelände über Baumstämme springen, alles. Voraussetzung war, dass die Schulnoten stimmen. Ich hatte das Glück, in einem ganz netten Stall zu sein, wo ich in den Ferien und am Wochenende ausgemistet habe. Bezahlt wurde ich in Reitstunden. Dann wechselte ich in den Stall, in dem Götz Brinkmann Unterricht gegeben hat, der mich heute noch trainiert. Damals war ich schon mit Thomas zusammen und Götz sagte: ‚Jetzt muss mal ein ordentliches Pferd her, mit dem du weiterkommst.‘ Das erste Pferd haben wir im Bayerischen Staatgestüt Schwaiganger gekauft. Bald kamen drei weitere Pferde dazu, eines davon war Dave. Den haben wir 2013 gekauft, mit ihm konnte ich in die Serie „Stars von morgen“ einsteigen auf dem Niveau Intermediaire II (die Stufe vor dem Grand Prix, Anm. d. Red.) und mich fürs Finale qualifizieren, das ich auch gewonnen habe. Im nächsten Jahr haben wir uns dann fürs Finale im Piaff-Förderpreis, eine Serie für U25-Reiter, qualifiziert. Dann hatte ich Blut geleckt für diesen Sport.“ ... Gerüchte, wonach es Probleme in ihrer Ehe geben solle – und warum sie ihren Mann nicht nach Kanada begleitet hat: „Es wäre gar nicht möglich gewesen, ihn zu begleiten. Ich reite Turniere, das ist mein Beruf. Die Pferde müssen auch zwischen den Turnieren trainiert werden, und es muss einer im Betrieb nach dem Rechten schauen. Zu meinem Privatleben äußere ich mich gar nicht mehr. Dann würde ich mich rechtfertigen und außerdem, egal, was man sagt, sie drehen es hin, wie sie es haben wollen. Ich war vor ein paar Wochen mit mehreren Freunden essen. Dann werden Fotos gemacht, auf denen außer mir nur eine Person zu sehen ist, die dann entsprechend interpretiert werden. Dann sieht man mich wieder mit Thomas, dann ist wieder alles gut, zwei Wochen später ist wieder nichts mehr gut. Inzwischen ist es mir wurscht, dann bin ich eben die dumme Spielerfrau, die eigentlich nur Nägel lackieren kann. Jedenfalls lernt man die Menschen auf diesem Wege unverblümter kennen.“ ... die Pferdezucht, für die sich auch ihr Mann Thomas sehr interessiert: „Thomas kommt auch nicht aus der Pferdeszene, aber er hat sich in das Thema Zucht enorm reingekniet und viel gelernt. Er hat als Sportler ein gutes Auge für Bewegung und Qualität insgesamt. Er sieht zum Beispiel, ob das Pferd ein aktives Hinterbein hat, was immens wichtig ist für ein Dressurpferd. Da schaut er auch bei der Hengstauswahl drauf. Jedes Jahr werden zwischen zehn und 20 Fohlen geboren, das eine oder andere wird bei der Auktion zugekauft. Nach einem halben Jahr werden die Fohlen abgesetzt, also von der Mutter getrennt, und kommen gruppenweise in Laufställe. Da wachsen sie getrennt nach Stuten und Hengsten auf. Bevor sie drei Jahre alt werden, gehen sie zu unserem Freund Walter Wadenspanner in Pattendorf, circa 60 Kilometer entfernt, wo auch ein Teil unserer Hengste steht. Dort werden sie angeritten, kommen den Sommer über noch mal auf die Koppel, werden erst vierjährig bei mir in reguläres Training genommen. Zwei Hengste, Feliciano und D’Avie, stehen hier, wir haben hier auch eine Deckstation, wo wir absamen können. Insgesamt sind es rund 70 Pferde, bei uns in Wettlkam und bei Wadenspanners. Wir haben die Anlage, ursprünglich ein landwirtschaftlicher Betrieb, kernsaniert – und durch eine Reithalle, 20 mal 60 Meter, und eine Longierhalle sowie ovale Führhalle ergänzt.“ ... einen normalen Arbeitstag: „Um acht Uhr sitze ich auf dem ersten Pferd, reite dann bis 15 Uhr etwa acht Pferde, vom Vierjährigen bis zum Grand-Prix-Pferd. Es waren schon mal mehr, zehn bis zwölf. Aber dann habe ich gedacht, ich möchte mir ein zweites Standbein schaffen, falls mal was ist, gesundheitlich oder so, und habe mit einem Freund eine Immobilienfirma gegründet. Wir kaufen oder bauen Objekte, entwickeln sie weiter und verkaufen oder vermieten sie. Da muss ich auch anwesend sein, der Freund hat Erfahrung, mir macht das Spaß. Götz Brinkmann, der mich seit 16 Jahren trainiert, ist meist dabei, wenn ich reite. Gelegentlich vor größeren Turnieren fahre ich zu Isabell Werth nach Rheinberg oder sie kommt her. Es passt gut, dass Götz inzwischen auch Isabell betreut.“ ... über ihr Engagement in der Politik: „ Ich mache zurzeit verschiedene Praktika (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/article69410e225d051a3e3193a904/lisa-mueller-frau-von-thomas-mueller-tritt-in-die-csu-ein-was-sie-dort-plant.html) , in denen ich Landespolitiker bei ihrer Arbeit begleite, das ist ziemlich zeitintensiv. Zunächst war ich bei Ilse Aigner, der bayerischen Landtagspräsidentin, dann bei Kerstin Schreyer, der Wirtschafts- und Digitalministerin, und bei Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Unabhängig davon, dass ich mich in der CSU zu Hause fühle, habe ich der vergangenen Woche Katharina Schulze, die Vorsitzende der Grünen in Bayern, getroffen. Es war ein unglaublich spannendes und interessantes Gespräch und es ist so ansteckend, wie motiviert sie die Herausforderungen der Zeit angeht.“ ... über ein eigenes Mandat: „Der CSU-Verband Miesbach, dessen Mitglied ich bin, hat mich gefragt, ob ich mich zu den Kommunalwahlen am 8. März aufstellen lassen will. Aber wenn ich etwas mache, möchte ich es auch gut machen. Deswegen habe ich gesagt, das ist mir noch zu früh, ich will erst genau wissen, was auf mich zukommt, um dem Bürger das bieten können, was er verdient. Ich habe natürlich jetzt bereits einen Einblick in die Landwirtschaft, dadurch dass wir ein landwirtschaftlicher Betrieb sind. Wir kennen die Probleme der pferdehaltenden Landwirte: Mistentsorgung, Strohpreise, Dünger, Verkauf und andere Aspekte. Ich weiß in vielen Bereichen, in denen ich arbeite, ganz gut Bescheid. Momentan steht das Reiten für mich noch an erster Stelle, das ist für mich weniger Beruf als Berufung oder Hobby. Es macht mir einfach Spaß, ich liebe die Arbeit mit den Tieren.“