Mitarbeiter des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und Mitglieder der Trump-Regierung machen sich gegenseitig Vorwürfe bezüglich der in der Nacht zum Samstag neu veröffentlichten Ermittlungs-Akten zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. In der Nacht zum Samstag wurden im Zuge einer weiteren Teil-Veröffentlichung von Epstein-Akten (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6945c0a70730ae255d953970/hunderttausende-dokumente-us-justizministerium-beginnt-mit-veroeffentlichung-der-epstein-akten.html) durch die Trump-Regierung neue Fotos aus dem Umfeld Epsteins bekannt, auf denen Clinton zu sehen ist. „Hier ist Bill Clinton in einem Whirlpool neben einer Person, deren Identität unkenntlich gemacht wurde. Gemäß dem Epstein Files Transparency Act wurde das Justizministerium ausdrücklich angewiesen, nur die Gesichter von Opfern und/oder Minderjährigen zu unkenntlich zu machen. Es ist an der Zeit, dass die Medien anfangen, echte Fragen zu stellen“, schrieb dazu die stellvertretende Pressesprecherin des Weißen Hauses, Abigail Jackson, auf ihrem persönlichen X-Account. Das berichtet das US-Portal „ Politico (verlinkt auf https://www.politico.com/news/2025/12/19/trump-world-takes-shots-at-favorite-boogeyman-bill-clinton-in-epstein-file-dump-00701780) “, das wie WELT zum Axel-Springer-Verlag gehört. Das Portal zitiert auch Steven Cheung, Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, der auf X über ein Foto von Clinton schrieb: „Slick Willy! @BillClinton chillt einfach, ohne sich um irgendetwas zu kümmern“ – und ohne zu ahnen, was kommt, implizierte Cheung. „Politico“ berichtet von einer ganzen Reihe von Antworten auf diese Anwürfe aus dem Umfeld von Bill Clinton (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6884848010b8f718b650221d/sexualstraftaeter-ex-praesident-clinton-soll-epstein-geburtstagsgruss-geschrieben-haben.html) . Der Vorwurf an die Trump-Leute: Diese würden mittels der Verweise auf Clinton ablenken wollen von angeblichen Verstrickungen des derzeitigen US-Präsidenten mit Epstein. Clinton-Umfeld spricht von Ablenkungsmanöver Ein Sprecher von Clinton etwa teilte mit, der Zeitpunkt der Veröffentlichung der neuen Epstein-Dokumente am Freitagnachmittag diene Trumps Umfeld lediglich dazu, „sich vor dem zu schützen, was als Nächstes kommt“. „Sie können so viele grobkörnige Fotos von vor über 20 Jahren veröffentlichen, wie sie wollen, aber hier geht es nicht um Bill Clinton“, schrieb zudem Angel Urena, stellvertretender Stabschef von Clinton, in einer Erklärung auf X. Dort erhob er implizit folgenden Vorwurf gegen Trump: „Es gibt hier zwei Arten von Menschen. Die erste Gruppe wusste nichts und brach den Kontakt zu Epstein ab, bevor seine Verbrechen ans Licht kamen. Die zweite Gruppe“, so Urena, „setzte ihre Beziehungen zu ihm danach fort. Wir gehören zur ersten Gruppe. Keine noch so große Verzögerungstaktik der Menschen in der zweiten Gruppe wird daran etwas ändern“, so Urena auf X. Clinton und Epstein sind seit Anfang der 1990er Jahre miteinander verbunden, verkehrten in denselben gesellschaftlichen Kreisen, berichtet „Politico“ weiter. Sie wurden mehrfach zusammen fotografiert. Clinton flog Anfang der 2000er Jahre mit Epsteins Flugzeug und unternahm Reisen nach Europa, Asien und Afrika. Clintons Mitarbeiter Urena sagte, dass diese Reisen Zwischenstopps für Arbeiten im Zusammenhang mit der Clinton Foundation beinhalteten. Clinton wurde nie wegen Vergehen im Zusammenhang mit Epstein angeklagt und sagte, er habe keine Kenntnis von Epsteins Verbrechen gehabt. Demokraten im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses veröffentlichten diesen Monat weitere Fotos aus Epsteins Anwesen, auf denen Clinton zu sehen ist. Trump hat seit langem angedeutet, dass Clinton wiederholt Epsteins Privatinsel auf den Amerikanischen Jungferninseln besucht habe, wo der Finanzier hochkarätige Freunde empfing und wo mutmaßlich Sexhandel und Missbrauch stattfanden. Die Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6942f4a926698f9f6b60f615/susie-wiles-extrem-demotivierend-republikaner-hadern-mit-bericht-ueber-trumps-stabschefin.html) , sagte jedoch in einem diese Woche veröffentlichten Interview mit dem Magazin „Vanity Fair“, dass Trump falsch darin gelegen habe, Clinton mit Epsteins kriminellen Aktivitäten in Verbindung zu bringen. Trump und Epstein waren langjährige Freunde, bevor Trump vor einigen Jahren erklärte, sie hätten sich zerstritten. Der Präsident hat jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Epstein bestritten, und es gibt keine Hinweise darauf, dass er an Epsteins Verbrechen beteiligt war.