Welt 30.01.2026
12:16 Uhr

Christina Block distanziert sich von ihrem Vater – Mitangeklagte läuft weinend aus dem Saal


Emotionale Szene im Prozess um die Entführung der Block-Kinder. Eine Mitangeklagte bricht angesichts einer Entscheidung der Strafkammer in Tränen aus. Zudem wird über den Gemütszustand der Block-Großeltern berichtet – und dann gibt Christina Block eine Erklärung ab.

Christina Block distanziert sich von ihrem Vater – Mitangeklagte läuft weinend aus dem Saal

Im Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder ist es zu einer dramatischen Szene und schließlich auch zu einer überraschenden Wendung gekommen. Die Strafkammer lehnte zunächst den Antrag einer Mitangeklagten ab, die Anklagevorwürfe gegen sie zu erläutern. Der Verwandten von Christina Block wird vorgeworfen, die beiden Kinder und die Mutter nach der Rückholaktion Anfang Januar 2024 aus einem Hamburger Vorort nach Hause gefahren zu haben. Die 49-Jährige brach in Tränen aus. Ihr Verteidiger Reinhard Daum unterbrach die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt und beantragte eine Pause. Seine Mandantin lief schluchzend aus dem Gerichtssaal. Daum hatte bereits in der Vergangenheit vergeblich beantragt, das Verfahren gegen seine Mandantin, die nur wegen Beihilfe angeklagt ist, abzutrennen. Die lange Verfahrensdauer sei angesichts der maximal zu erwartenden Strafe unverhältnismäßig. Der Prozess läuft seit Juli vergangenen Jahres. Weitere Termine sind bis Ende Juni angesetzt, das Gericht erwägt eine Verlängerung bis Ende des Jahres. Christina Block ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung ihrer Kinder vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark erteilt zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, bestreitet den Vorwurf. Am Freitag sagte zudem eine Mitarbeiterin des Block-Unternehmens aus. Sie beschrieb die enge Bindung der Großeltern zu ihren Enkeln. Der Gründer der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, und seine Ehefrau Christa seien „todtraurig“ gewesen, dass sie ihre Enkelkinder in Dänemark über so lange Zeit nicht sehen konnten, sagte die 36-Jährige, die für den 85-Jährigen tätig ist. Vorher seien die Kinder regelmäßig bei ihnen zu Besuch gewesen. Kurze Zeit vor der Entführung an Silvester 2023/24 hatte Eugen Block seinen Enkelkindern über einen Sicherheitsdienst Weihnachtsgeschenke am Wohnhaus in Süddänemark überreichen wollen. „Ich muss doch irgendwie meinen Enkelkindern zeigen, wie lieb ich sie habe“, erinnerte die Zeugin seine Worte. Zur Übergabe der Geschenke kam es nicht, die Polizei wurde gerufen. Christina Block war gegen Geschenk-Aktion Die Angeklagte Christina Block sagte vor dem Landgericht, sie sei gegen diese Geschenk-Aktion im laufenden Sorgerechtsstreit gewesen: „Ich wollte überhaupt keine Unruhe.“ Ihr sei klar gewesen, dass ihr Ex-Mann „immer“ die Polizei rufe. Der Vater der Kinder, Stephan Hensel, hatte die Kinder im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht zurückgebracht. Und dann schlug sie in einer Erklärung plötzlich einen anderen Ton gegenüber ihrem Vater an: Sie führte aus, dass sie sei in Aktionen ihres Vaters nicht eingebunden gewesen sei. Eugen Block und der Familienanwalt, der auch angeklagt ist, hätten diese vorangetrieben. Ihr Vater habe nicht auf sie gehört, auch heute nicht. In dieser Form hatte sich Christina Block bisher nicht von ihrem Vater distanziert. Schon in den vergangenen Prozesstagen war in Aussagen der Beteiligten aus Israel deutlicher geworden, dass viele der Absprachen und Zahlungen über den Familienanwalt gelaufen sein könnten, der wiederum mit Eugen Block in engem Austausch stand. Christina Block sagte am Freitag zudem, dass auch die wiederholten Beschwerden ihres Vaters – nun gemeinsam mit seinem Anwalt Gerhart Strate – gegen das Gericht und die Vorsitzende Richterin Hildebrandt nicht mit ihr abgesprochen seien.