Der Bayerische Verfassungsorden (verlinkt auf https://www.bayern.landtag.de/aktuelles/auszeichnungen/verfassungsorden/) ist eine der höchsten Auszeichnungen im Freistaat Bayern, er ehrt seit mittlerweile 60 Jahren Menschen, die sich besonders um die Grundsätze der Verfassung des Freistaates Bayern verdient gemacht haben. Wie zuerst das Portal „T-Online“ meldete (verlinkt auf https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_101009136/affaere-um-wolfram-weimer-ehefrau-goetz-weimer-lehnt-verfassungsorden-ab.html) , hat eine eigentlich vorgesehene Preisträgerin die Ehrung aber nun abgesagt: Die Unternehmerin Christiane Goetz-Weimer lehnte die Annahme ab. Auch die Nachrichtenagentur dpa hat den Vorgang und den Schriftwechsel nun bestätigt. In einer Erklärung, die „T-Online“ vom Bayerischen Landtag erhielt, lässt Goetz-Weimer ausrichten: „Ich empfinde es als große Ehre, dass mich der Ordensbeirat des Bayerischen Landtags für den Verfassungsorden 2025 vorgeschlagen hat. Diese hohe Auszeichnung hätte ich gerne am 4. Dezember entgegengenommen.“ Leider sei aber zu befürchten, dass die aktuelle Diskussion um den von ihr und der Weimer Media Group ausgerichteten Ludwig-Erhard-Gipfel alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen werde. „Deswegen habe ich mich entschieden, von der Annahme des Bayerischen Verfassungsordens in diesem Jahr abzusehen.“ Stattdessen überlasse sie die Bühne lieber den anderen Ordensträgerinnen und Ordensträgern, die sich teils jahrzehntelang für das Gemeinwohl engagiert hätten, so Goetz-Weimer weiter. Als Begründung hatte der Ordensbeirat bei Goetz-Weimer „ihre bedeutenden Beiträge im Verlagswesen und ihre Rolle als Initiatorin und Organisatorin des Ludwig-Erhard-Gipfels“ genannt. Ob Goetz-Weimer die Auszeichnung zu einem späteren Termin noch annehmen wird, ist offen. Rechtlich gesehen könnte sie den Orden später noch entgegennehmen. Der Ordensbeirat kann zudem einen bereits öffentlich bekanntgegebenen Vorschlag nicht einfach zurückziehen. Um ihn wieder abzuerkennen, müsste zudem eine Straftat vorliegen. 49 Menschen sollten in diesem Jahr den Orden in Bayern erhalten Eigentlich sollte die Verlegerin Anfang Dezember die Auszeichnung von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) erhalten – wie auch 48 andere Personen, darunter neben normalen Bürgern auch Schauspieler wie Heiner Lauterbach, Maria Furtwängler-Burda und Maximilian Brückner. Auch andere Medienvertreter stehen auf der Liste der Ordensempfänger – etwa die Verleger Dirk Ippen und Angelika Diekmann oder der BR-Journalist Stephan Mayer. Der von der Weimer Media Group jährlich ausgerichtete Ludwig-Erhard-Gipfel steht derzeit in der Kritik. Hintergrund sind Berichte unter anderem des Portals „ Apollo News (verlinkt auf https://apollo-news.net/abendessen-mit-ministern-fuer-80-000-euro-wolfram-weimers-unternehmen-verkauft-einfluss-auf-politische-entscheidungstraeger/) “, wonach dort Unternehmen gegen Geld exklusiven Zugang zu Bundesministern angeboten und mit „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ geworben wurde. Am Donnerstag war auch bekannt geworden, dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) nach anhaltender Kritik seine Anteile an der Verlagsgruppe Weimer Media Group an einen Treuhänder überträgt (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article691ef25f800234221d23c69d/vorwurf-der-kaeuflichkeit-kulturstaatsminister-weimer-will-firmenanteile-an-treuhaender-uebergeben.html) . „Ich vollziehe diese Trennung allein, um jeglichen Anschein eines Interessenkonflikts zu vermeiden, der indes tatsächlich nie bestanden hat“, erklärte Weimer in Berlin. Wolfram Weimer ist als Staatsminister auch für Medienpolitik zuständig. Er hatte mit Eintritt in die Bundesregierung im Frühjahr seine Stimmrechte im Unternehmen zwar abgegeben, behielt jedoch die Unternehmensanteile. Zuletzt besaß er noch 50 Prozent an der Verlagsgruppe, die er gemeinsam mit seiner Frau 2012 gegründet hatte.