Überraschung im hohen Norden: Das Erkundungsteam der Bundeswehr zieht schon am heutigen Sonntag wieder aus Grönland ab. Die 15 Soldaten werden die Arktisinsel mit einem Zivilflugzeug in Richtung Kopenhagen verlassen, bestätigte ein Sprecher des operativen Führungskommandos der Deutschen Presse-Agentur am frühen Nachmittag. Die Soldaten würden über Reykjavik und Kopenhagen zurückfliegen, hieß es weiter. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung (verlinkt auf https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/groenland-hier-macht-die-bundeswehr-heimlich-den-abflug-696cc1784bea5ecfebee9d64) berichtet. Fotoreporter der Zeitung lichteten das Bundeswehrpersonal am Flughafen von Nuuk ab. Der Befehl, wieder nach Deutschland zu fliegen, sei am frühen Sonntagmorgen erfolgt, will die Zeitung in Erfahrung gebracht haben und zwar kurzfristig: „Alle geplanten Termine mussten eilig abgesagt werden“. „Die Erkundung ist auftragsgemäß abgearbeitet worden“, heißt es Ob die am gestrigen Samstag ausgesprochenen Strafzölle von US-Präsident Donald Trump gegen mehrere europäische Länder – darunter auch Deutschland – bei der Entscheidung womöglich eine Rolle spielten, bleibt hingegen spekulativ. Der Sprecher des Operativen Führungskommandos äußerte sich jedenfalls gegenteilig. „Das Erkundungsergebnis ist so, dass alle zufrieden sind und in Deutschland nun die Auswertung vorgenommen wird.“ Der Einsatz sei nicht etwa abgebrochen worden. „Die Erkundung ist auftragsgemäß abgearbeitet worden.“ Ein positives Fazit zog mittlerweile auch das Bundesverteidigungsministerium. „Unser Team, das sich an der multinationalen Erkundung in Grönland beteiligt hat, beendet heute planmäßig seinen Auftrag“, hieß es in einer Pressemitteilung, aus der die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Die Soldatinnen und Soldaten hätten vor Ort „wichtige Erkenntnisse“ erlangt. „Auf dieser Grundlage werden nun mögliche Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit im Nordatlantik und in der Arktis mit unseren Nato-Partnern abgestimmt“, fügte das Ministerium hinzu. „Erkundungsmission“ hatte Donald Trump offenbar verärgert Die 15 deutschen Soldaten und weitere Militärangehörige aus anderen europäischen Staaten waren am Freitagabend auf der weltgrößten Insel eingetroffen. Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. Der US-Präsident hatte wiederholt deutlich gemacht, dass sich die USA die größtenteils von Eis bedeckte Insel einverleiben wollen – was die meisten europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Krisengespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatten kürzlich keine Annäherung gebracht. Dass Deutschland und andere europäische Nato-Staaten auf Einladung Dänemarks Soldaten für die besagte Erkundungsmission nach Grönland schickten, hatte Donald Trump ebenfalls verärgert. Die Soldaten der Verbündeten seien dort „für unbekannte Zwecke“, hieß es in einer Erklärung des US-Präsidenten. Dies sei eine „sehr gefährliche Situation“ für die Sicherheit, den Schutz und das Überleben des Planeten.