Mit der Nationalen Tourismusstrategie (NTS), die das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch vorgestellt hat und die vom Bundeskabinett verabschiedet wurde, setzt die Regierung bei einer Reform mit unmittelbarer Wirkung für den betrieblichen Alltag an: Künftig soll nicht mehr eine tägliche, sondern eine wöchentliche Höchstarbeitszeit gelten, was Hotels und Gastronomie mehr Spielraum bei der Dienstplanung in Messezeiten, an Kreuzfahrt‑Wechseltagen und in saisonalen Spitzen verschaffen dürfte, ohne die Gesamtarbeitszeitgrenzen zu überschreiten. „Sie wird vielen Hotels und Gaststätten in Hamburg und in ganz Deutschland sehr helfen“, sagt Christoph Ploß, CDU‑Bundestagsabgeordneter aus Hamburg und Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus. Darüber hinaus zielt die NTS nach Darstellung von Ploß auf „bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen und Mitarbeiter“ durch Investitionen in die Infrastruktur, geringere Standortkosten für die Luftfahrt und weniger Bürokratie durch den Wegfall von Dokumentationspflichten, damit „die Tourismuswirtschaft in Deutschland und auch in der Hamburger Metropolregion in den nächsten Jahren wachsen“ könne. Besonders offensiv adressiert die Strategie zum Beispiel die Messestandorte: Mit der Digitalisierung von Visaverfahren solle es Geschäftsleuten und Touristen – „insbesondere vielen Messebesuchern aus Asien und dem Nahen Osten“ – künftig unbürokratischer möglich sein, nach Deutschland und Hamburg zu kommen, was die internationale Reichweite großer Formate ebenso stärke wie die Auslastung von Hotellerie und Gastronomie. Hilfen auch für die Kreuzfahrtindustrie Für die Kreuzfahrtindustrie kündigt Ploß staatliche Unterstützung bei Investitionen in Häfen, „etwa in neue Landstromanlagen“, an; bereits in diesem Jahr sollen neue Förderprogramme und zusätzliche Finanzmittel bereitstehen – „davon kann auch der Hamburger Hafen profitieren“. Flankierend will die Bundesregierung die Auslandsvermarktung ikonischer Attraktionen ausweiten, um Nachfrage, Wertschöpfung und Beschäftigung langfristig zu steigern. Lob aus der Reisebranche Die Tourismuswirtschaft reagierte positiv. Dies schaffe Planungssicherheit für die gesamte Branche, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) mit, der vor allem die Interessen von Reisebüros und Pauschalreiseanbietern vertritt. Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) erklärte: „Das Umdenken von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit berücksichtigt sowohl den Alltag in unseren Betrieben als auch Wünsche von Mitarbeitenden nach mehr Flexibilität.“ Ähnlich äußerte sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und verwies auf „die dringend benötigte Flexibilität – gerade im People-Business Gastgewerbe mit seinen starken Nachfragespitzen.“