Welt 08.02.2026
12:18 Uhr

Brand an Gedenkstätte in Crans-Montana – Opferanwälte fordern Absetzung von Staatsanwältinnen


Nur wenige Wochen nach der Katastrophe mit 41 Toten in Crans-Montana brennt es an der Gedenkstätte für die Opfer. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Schweizer Justiz. Opferanwälte werfen der Staatsanwaltschaft schwere Versäumnisse bei den Ermittlungen vor.

Brand an Gedenkstätte in Crans-Montana – Opferanwälte fordern Absetzung von Staatsanwältinnen

An einer Gedenkstätte für die Opfer des Silvesternachtbrandes im Schweizer Skiort Crans-Montana hat es am Sonntagmorgen gebrannt. Die Feuerwehr habe die Flammen am frühen Morgen schnell gelöscht, wie die Polizei auf dem Kurznachrichtendienst X schrieb. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Brand auf einem Tisch ausbrach, auf dem zahlreiche Kerzen stehen. Sie geht nicht von Brandstiftung aus. „Eine Dritteinwirkung kann zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen werden“, teilte sie mit. Die Flammen brannten ein großes Loch in das Dach des Zeltes, das hunderte Kerzen, Blumen, Briefe und Teddybären vor dem Wetter schützt. Die Kerzen und Blumen erinnern an die 41 Todesopfer, die bei dem Brand in der Bar „Le Constellation“ ums Leben gekommen waren. Rund 80 überwiegend junge Menschen wurden teils schwer verletzt. Viele sind mehr als fünf Wochen nach dem Drama mit schweren Verbrennungen und Rauchvergiftungen immer noch auf der Intensivstation. Opferanwälte fordern Absetzung der Staatsanwältinnen Derweil geht die Aufarbeitung des Skandals weiter. Am Freitag forderten Opferfamilie eine Absetzung der für den Fall zuständigen Staatsanwältinnen. Opferanwalt Garen Ucari warf den Staatsanwältinnen in einem Gerichtsdokument, das die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte, schwerwiegende Versäumnisse und Fehler vor. So warf der Anwalt die Frage auf, warum die Barbesitzer nicht umgehend nach der Brandkatastrophe mit 41 Toten festgenommen wurden. Er warf der Staatsanwaltschaft auch vor, zu spät mit Durchsuchungen und der Beschlagnahmung von Dokumenten und Handys begonnen zu haben. Es sei möglich, dass dadurch Beweise zerstört oder manipuliert worden seien. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Brand durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die zu nahe an die mit Schaumstoff verkleidete Decke gehalten wurden. Gegen die französischen Barbetreiber Jacques und Jessica Moretti wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung ermittelt. Jacques Moretti saß im Januar zwei Wochen in Untersuchungshaft, bevor er gegen Kaution auf freien Fuß kam. Er und seine Frau dürfen die Schweiz nicht verlassen. Die Ermittlungen richten sich inzwischen auch gegen zwei Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde.