Die Hamburger Polizei hat am späten Dienstagnachmittag einen 54‑jährigen Autofahrer gestoppt, der sich auf den Autobahnen rund um die Stadt offenbar eine ungewöhnliche Masche zunutze machte: Um im dichten Verkehr schneller voranzukommen, soll er ein Blaulicht auf dem Armaturenbrett eingesetzt und sich so freie Fahrt verschafft haben. Zuvor hatte ein Zeuge auf der A1 am Dreieck Norderelbe beobachtet, wie der Fahrer eines Range Rover mit Hamburger Kennzeichen mehrfach rechts überholte, andere Verkehrsteilnehmer mit der Lichthupe bedrängte und dabei das Blaulicht aktivierte. Teilweise bildeten irritierte Autofahrer sogar eine Rettungsgasse, in der Annahme, es handele sich um ein Einsatzfahrzeug. Der Mann setzte seine Fahrt über das Kreuz Hamburg‑Ost und die A24 in Richtung Innenstadt fort, bis eine Streifenwagenbesatzung den Wagen schließlich an der Anschlussstelle Jenfeld entdeckte und ihn wenig später in Billstedt anhalten konnte. Bei der Kontrolle legte der 54‑jährige Türke einen spanischen Führerschein vor, der sich rasch als Fälschung herausstellte. Die Beamten gingen daraufhin davon aus, dass der Mann ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs war. Auch das Blaulicht, das er mutmaßlich missbraucht hatte, fanden sie im Fahrzeug. Für das Verhalten gab es mehrere Anzeigen Gegen den Mann wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet – unter anderem wegen Urkundenfälschung, Amtsanmaßung, Nötigung, Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Der 54‑Jährige wurde nach Abschluss der Maßnahmen entlassen, doch die Polizei stellte sowohl den mutmaßlich gefälschten Führerschein als auch das Blaulicht und den Range Rover sicher. Die Ermittlungen führt nun das Verkehrskommissariat in Jenfeld. Zeugen, die die Fahrmanöver auf der A1 oder der A24 beobachtet haben, werden gebeten, sich unter 040/4286‑56789 zu melden.