Die Beute beim spektakulären Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen lag möglicherweise bei mehr als 100 Millionen Euro. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Demnach hätten einzelne Kunden angezeigt, sie hätten jeweils mehr als 500.000 Euro in ihren Schließfächern gehabt. Zuvor hatte „Bild“ (verlinkt auf https://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/der-100-millionen-coup-die-bande-war-46-stunden-im-tresorraum-6957ef1e392c7b91b7cd2a47) darüber berichtet. Demnach kommt die Herkunft der Gelder den Ermittlern teilweise seltsam vor. Es könne sich um Schwarzgeld oder auch Gelder von Clans handeln. Offiziell sei von den Betroffenen vielfach von „Hochzeitsgeldern“ die Rede, erfuhr die dpa. Die Beute wurde zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben. Später sagte ein Polizeisprecher: „Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus.“ Die Schadenssumme lasse sich aber noch nicht seriös beziffern, so die offizielle Mitteilung. Einsatzkräfte hatten den Einbruch am Montagmorgen nach einem Alarm der Brandmeldeanlage entdeckt. Die Täter brachen fast alle 3250 Kunden-Schließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer auf. Sie drangen in einen Archivraum ein, von dem aus sie ein großes Loch in den Tresorraum bohrten. Die Beutetour zog sich möglicherweise über mehrere Tage hin. Spezialisten haben das Loch im Tresorraum geschlossen Die Sparkassen-Filiale bleibt noch einige Tage geschlossen. Die Beseitigung der Einbruchschäden sei noch nicht abgeschlossen, teilte die Bank mit. Die Kunden sollen informiert werden, sobald die Filiale wieder öffnet. Nach eigenen Angaben arbeitet die Sparkasse weiterhin daran, die entstandenen Schäden zu erfassen und zu beheben. Das Loch im Tresorraum wurde inzwischen von Spezialisten geschlossen. Sparkassen-Mitarbeiter registrieren unter notarieller Aufsicht Wertgegenstände und Dokumente, die die Täter nicht mitgenommen haben. Dies werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Man bedauere den Vorfall zutiefst und stehe in engem Kontakt mit der Polizei, erklärte die Sparkasse. Die Polizei veröffentlichte am Wochenende Fotos der maskierten Tatverdächtigen. Es handelt sich um Aufnahmen aus Überwachungskameras. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden sie am 29. Dezember in dem angrenzenden Parkhaus aufgenommen, von dem aus sich die Einbrecher (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6957b81b392c7b91b7cd263c/gelsenkirchen-das-reisst-gar-nicht-mehr-ab-flut-an-hinweisen-nach-spektakulaerem-bankeinbruch.html) Zutritt zu der Bank verschafft hatten. Auf den Fotos sind drei Personen mit schwarzen Sturmhauben zu sehen. Eine trägt rote, eine andere Person grüne Handschuhe. Außerdem wurden Bilder eines schwarzen Audi RS 6 sowie eines weißen Kleintransporters Mercedes-Citan veröffentlicht. Die Ermittler vermuten, dass die Täter die Autos zur Flucht nutzten. Beide Fahrzeuge haben laut Polizeiangaben gefälschte Kennzeichen – der Audi eins aus Hannover, der Mercedes fuhr mit einem falschen Kennzeichen aus Beckum.