Welt 18.12.2025
18:42 Uhr

Bei ihrem Comeback wird die Skandalreiterin als Zweite gefeiert


Ein schwerer Fall von Tierquälerei beschäftigte das Dressurreiten kurz vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Verantwortlich: die Britin Charlotte Dujardin. Die Empörung war groß. Nach dem Ende ihrer Sperre trat sie nun wieder bei einem Weltcup-Turnier an.

Bei ihrem Comeback wird die Skandalreiterin als Zweite gefeiert

Erstmals seit dem Ablauf ihrer Sperre wegen des skandalträchtigen Peitschen-Videos (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article252665924/Olympia-2024-24-Schlaege-in-einer-Minute-Reiterin-Dujardin-wegen-Tierquaelerei-suspendiert.html) ist die Dressurreiterin Charlotte Dujardin wieder bei einem Weltcup-Turnier angetreten. Vor heimischem Publikum belegte die 40 Jahre alte Britin in London den zweiten Platz. Besser als Dujardin mit ihrem Pferd Alive And Kicking war in dem Grand Prix nur Doppel-Weltmeisterin Charlotte Fry mit Glamourdale. Buhrufe oder gar Pfiffe für Dujardin? Im Gegenteil. Bei der Siegerehrung mit den drei besten Paaren wurde sie von den Zuschauern in der Excel-Halle ähnlich lautstark gefeiert wie Fry und die drittplatzierte Becky Moody. Die dreimalige Olympiasiegerin dankte es und winkte lächelnd ins Publikum. Bisher größter Skandal in der Dressur Dujardin hatte für den bisher größten Skandal in der Geschichte des Dressurreitens (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/article254774416/Charlotte-Dujardin-Pferd-dutzendfach-ausgepeitscht-Urteil-gegen-Olympiasiegerin-da.html) gesorgt. Auf einem inzwischen mehrere Jahre alten Video war zu sehen, wie sie ein Pferd bei einem Training mehr als 24 Mal innerhalb einer Minute mit einer langen Peitsche schlug. Stephan Wensing, ein Anwalt aus den Niederlanden, hatte den Vorfall im Auftrag einer unbekannten Klientin kurz vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris publik gemacht. „Das betreffende Tier wurde wie ein Elefant im Zirkus gepeitscht, es wurde in einer Minute zwei Dutzend Mal geschlagen, und zwar wirklich hart, wirklich brutal“, sagte Wensing. Dujardin selbst hatte anschließend zugegeben, dass sie die Person auf dem Video war und ihr Verhalten unangemessen gewesen sei. „Ich schäme mich zutiefst und hätte in dem Moment ein besseres Beispiel abgeben sollen. Ich entschuldige mich aufrichtig für mein Verhalten“, hieß es in einem Statement. Sie wurde für ein Jahr gesperrt. Seit Ablauf der Strafe (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/article687e0999e3080c1c1f382152/24-peitschenhiebe-sperre-abgelaufen-kehrt-die-skandal-reiterin-zurueck.html) war Dujardin bisher international nur bei zwei kleineren Turnieren in Frankreich und in den Niederlanden gestartet. Jetzt die Rückkehr auf die größere Bühne in London.