Welt 05.01.2026
22:41 Uhr

Bar-Betreiber war französischer Justiz schon früher bekannt


Nach dem verheerenden Feuer ermittelt die Justiz gegen den Bar-Betreiber und seine Frau. Nun kommt heraus, dass der Franzose den Strafverfolgungsbehörden bereits von einer früheren Festnahme bekannt ist.

Bar-Betreiber war französischer Justiz schon früher bekannt

Der Betreiber der Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana, in der nach einem verheerenden Feuer 40 Menschen ums Leben kamen, ist offenbar für die französische Justiz kein Unbekannter. Der Franzose Jacques M. geriet bereits früher wegen anderer Vergehen ins Visier der Ermittler, wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus mit dem Fall vertrauten Kreisen erfuhr. Demnach wurde er vor 20 Jahren in der Region Savoyen wegen Zuhälterei festgenommen. Das Feuer war in der Silvesternacht ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen in der Bar „Le Constellation“ ins neue Jahr feierten. 40 Menschen kamen ums Leben, 116 weitere Menschen wurden verletzt. Die Hälfte der Todesopfer war minderjährig; das jüngste Todesopfer war erst 14 Jahre alt, das älteste 39. Gegen den Bar-Betreiber Jacques M. und seine Frau wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung ermittelt. Mittlerweile sind alle Todesopfer und Verletzten identifiziert (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69573c8924b6e14cd2235f04/crans-montana-80-menschen-kaempfen-nach-feuer-katastrophe-um-ihr-leben-foto-soll-beginn-des-infernos-zeigen.html) . 22 der Todesopfer waren Schweizer, 18 weitere kamen aus dem Ausland, die meisten davon aus Frankreich und Italien; Deutsche waren nicht unter den Toten oder Verletzten. Jüngsten Behördenangaben zufolge sind unter den Verletzten 69 Schweizer, 23 Franzosen und zwölf Italiener, darunter auch Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. 83 Verletzte lagen am Montag weiterhin im Krankenhaus, dutzende von ihnen wurden mit schwersten Verbrennungen in Spezialkliniken in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien behandelt. Den Ermittlungen zufolge wurde die Feuersbrunst im Keller der Bar offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. Die Ermittler wollen unter anderem klären, ob das Dämmmaterial an der Decke den Vorschriften entsprach. Auch ehemalige Mitarbeiter der Bar erhoben in französischen Medien schwere Vorwürfe gegen die Betreiber (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article695b9a71fb77630dac277efc/crans-montana-verboten-den-notausgang-zu-oeffnen-ex-mitarbeiterin-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-barbetreiber.html) . Das Sicherheitskonzept des Etablissements sei demnach äußerst mangelhaft gewesen. So sei eine Notausgangstür verschlossen gewesen, weil sie direkt in das Gebäude geführt hätte. Für die zahlreichen Gäste blieb demnach nach Ausbruch des Feuers nur die Flucht über die schmale Treppe.