Wer Urlaub auf Bali machen will, muss in Zukunft möglicherweise seine Ersparnisse offenlegen. Der Vorschlag ist Teil eines neuen Konzepts von Balis Gouverneur Wayan Koster. Ziel ist es, auf der indonesischen Urlaubsinsel Billigtouristen abzuschrecken und stattdessen stärker auf „Qualitätstourismus“ zu setzen. Eine entsprechende Vorschrift wird derzeit im Parlament ausgearbeitet. Wie die Zeitung „ South West China (verlinkt auf https://www.scmp.com/week-asia/lifestyle-culture/article/3339223/why-bali-wants-check-tourists-bank-balances-and-why-it-may-be-hard-enforce?module=perpetual_scroll_0&pgtype=article) “ berichtet, sollen einreisende Urlauber nachweisen, wie viel Geld sie in den vergangenen drei Monaten auf ihrem Konto hatten. Zusätzlich müssten sie ihren Reiseplan vorlegen, einschließlich Aufenthaltsdauer und geplanter Aktivitäten. „Der Entwurf der Verordnung ist nahezu fertig und wird in Kürze dem Regionalparlament vorgelegt“, sagte Koster der staatlichen Nachrichtenagentur Antara (verlinkt auf https://en.antaranews.com/news/398314/bali-plans-savings-rule-for-foreign-tourists-under-new-regulation) . Ein ausreichendes finanzielles Polster sei ein zentrales Kriterium für Qualitätstourismus, erklärte er. Es gehe darum, Kontrolle zu behalten – ähnlich wie Indonesier sie bei Reisen ins Ausland selbst erlebten. Nach Ansicht Kosters sollten Touristen nicht mehrere Wochen auf Bali bleiben, obwohl ihr Geld nur für wenige Tage reiche. „Wenn das Geld nur für eine Woche reicht, sollten sie nicht am Ende drei Wochen bleiben, gestrandet sein und kriminelle Aktivitäten begehen“, erklärte Koster dem Portal Radar Bali. Hintergrund ist offenbar, dass zahlreichen Touristen nach der Einreise das Geld ausgeht. Bali verzeichnet weiter steigende Besucherzahlen: 2025 kamen nach Angaben Kosters 7,05 Millionen ausländische Besucher auf die Insel – ein Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit zehn Jahren. Die meisten Besucher kommen aus Australien. Im Durchschnitt gibt jeder Tourist laut Angaben des indonesischen Statistikamts während seines Aufenthalts 391 US-Dollar aus. Wie hoch der künftig geforderte Mindestbetrag sein soll, ließ Koster offen. Sollte das Parlament zustimmen, könnte die Regel jedoch noch in diesem Jahr in Kraft treten. Unklar ist allerdings, wie Bali die Vorgaben durchsetzen will. Die Einwanderungsbehörden unterstehen der Zentralregierung in Jakarta, nicht den Provinzen. Kritiker sehen darin ein zentrales Hindernis. Ein balinesischer Abgeordneter nannte die Pläne deshalb „absurd“. Andere schlagen als Alternative verschärfte Kontrollen bei der Einreise vor. Der Vorschlag mit den Kontoauszügen sorgt für ähnliche Kontroversen wie Kosters Idee aus dem vergangenen Monat, Airbnb auf Bali zu verbieten – ein Plan, den das Tourismusministerium später kassierte. Das Auswärtige Amt rät Reisenden sich genau über die Gesetze in Indonesien zu informieren (verlinkt auf https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/laender/indonesien-node/indonesiensicherheit-212396) . Denn es zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Seit 2. Januar 2026 gilt zudem ein neues Strafgesetz. Außerehelicher Geschlechtsverkehr sowie Blasphemie oder Beleidigung des Präsidenten oder Vizepräsidenten werden nun noch härter bestraft als zuvor.