Trauert Dieter Nuhr (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/dieter-nuhr/) etwa der alten Regierung hinterher? „Ich habe von Anfang an die alte Regierung ein bisschen vermisst. Nicht aus politischen Gründen – beruflich“, gab der Satiriker bei seinem diesjährigen Jahresrückblick in der ARD zu. Er erinnerte an das abwählte Kabinett, dessen Personal ihm offenbar zuverlässig Pointen-Material geliefert hatte. „Frau Baerbock, das kriegen sie als Satiriker nicht wieder. Sie fehlt“, beklagte er ironisch. Ex-Wirtschaftsminister und Vize-Kanzler Robert Habeck nannte er einen „begnadeten Heizungsmonteur“ und einen „Prozesshansel mit der Ausstrahlung eines Monchichi“. Auch Nancy Faeser, die „genauso wie Herr Habeck dem Bürger gerne mal die Polizei ins Haus schickte im Dienste der Demokratie-Förderung“, „würdigte“ er mit einer Erwähnung. In der aktuellen Arbeitsministerin sieht Nuhr offenbar einen humoristischen Rettungsanker: „Gott sei Dank, kann man sagen: Bärbel Bas macht den Verlust erträglich“, sagte er bei seinem Auftritt. „Ihre Qualifikation ist überschaubar: Sie hat schonmal gearbeitet. Das ist mehr als bei vielen anderen in der Politik“, spottete er. Ihre berufliche Erfahrung als „Bürogehilfin und Sachbearbeiterin bei einer Duisburger Krankenkasse“ sei jedoch keine „Überqualifizierung“ für den Job. „Immerhin hat sie Talent“, räumte Nuhr ein. Denn: „Neulich ist sie auf dem Arbeitgebertag als Komikerin aufgetreten“, scherzte Nuhr in Anspielung auf Bas‘ kürzlichen Auftritt bei der Arbeitgeberkonferenz. (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6925b6cdf60b758bebd571d6/auftritt-in-berlin-arbeitsministerin-baerbel-bas-wird-fuer-satz-ueber-rentenpaket-ausgelacht.html) Dort hatten die Anwesenden eine ihrer Äußerungen zur Rente mit Gelächter quittiert. „Wir finanzieren diese Haltelinie aus Steuermitteln. Sie belasten damit die Beitragszahler nicht“, hatte Bas gesagt. (verlinkt auf https://x.com/BeaBovary/status/1993307732158656657?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1993307732158656657%7Ctwgr%5E0001394621eb032f9dab322111587cdcb0d033c2%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fpolitik%2Fdeutschland%2Farticle6925b6cdf60b758bebd571d6%2Fauftritt-in-berlin-arbeitsministerin-baerbel-bas-wird-fuer-satz-ueber-rentenpaket-ausgelacht.html) Für Nuhr lassen sich die aktuellen Umfragewerte der SPD auch mit solchen Äußerungen erklären. „Das Ziel der SPD-Wähler ist heute gar nicht mehr die Revolution. Die SPD ist auch keine Arbeiterpartei mehr. Die SPD macht heute Politik im Wesentlichen für die, die nicht arbeiten“, sagte er. Das erkläre vielleicht auch die 16 Prozent bei der Wahl. Für diese Aussagen erntete er lang anhaltenden Applaus. Schon im Juni hatte Nuhr im Interview mit WELT (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/plus256221892/dieter-nuhr-ich-fuerchte-in-der-neuen-regierung-sind-ein-paar-mehr-profis-am-werk.html) befürchtet, durch das neue Kabinett Gag-Material zu verlieren: „Ich fürchte, in der neuen Regierung sind ein paar mehr Profis am Werk, vor allen Dingen außenpolitisch. Das schafft bei mir Verlustängste“, sagte er damals.