Die Hamburger Bäderland Hamburg GmbH hat nach internen Ermittlungen einen gravierenden Compliance-Verstoß öffentlich gemacht und Strafanzeige gestellt. Nach Angaben des Unternehmens besteht der Verdacht, dass mehrere Mitarbeitende persönliche Vorteile im Zusammenhang mit der Vergabe von Aufträgen an ein externes Dienstleistungsunternehmen erlangt haben. Interne Vorgaben und Kontrollmechanismen sollen dabei gezielt umgangen worden sein. Den entscheidenden Hinweis lieferte das anonyme digitale Hinweisportal „pro honore“, das Bäderland für solche Fälle nutzt. Die Geschäftsführung reagierte umgehend: Die betroffenen Mitarbeitenden wurden mit sofortiger Wirkung freigestellt, die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister beendet. Zudem wurde der Fall dem Dezernat Interne Ermittlungen (DIE) angezeigt. Ob ein finanzieller Schaden entstanden ist, wird derzeit geprüft. Der Aufsichtsrat unterstützt die lückenlose Aufklärung ausdrücklich. „Wir werden die Ermittlungsbehörden vollumfänglich bei ihrer Arbeit unterstützen“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Bäderland betreibt alle öffentlichen Schwimmbäder, Thermen und Saunaanlagen in Hamburg und beschäftigt rund 500 Mitarbeitende. Vergleichbarer Fall am UKE Erst vor wenigen Tagen wurde ein ähnlicher Fall am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) bekannt. Bei routinemäßigen Kontrollen entdeckte das Klinikum Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe in seiner Tochtergesellschaft Klinik Facility Management Eppendorf (KFE). Nach interner Prüfung und externer Beratung erhärtete sich der Verdacht auf Fehlverhalten in der Geschäftsführung. Der UKE-Vorstand stellte die verdächtigen Personen sofort frei und schaltete die Staatsanwaltschaft ein. Die Ermittlungen richten sich gegen mehrere Personen wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit und Vorteilsnahme. Laut NDR könnte der finanzielle Schaden erheblich sein. Die Patientenversorgung sei nicht beeinträchtigt, betont das Klinikum.