Schwimmen, Laufen, Krafttraining – was ist der ideale Sport für ein langes (gesundes) Leben? Weltweit suchen Wissenschaftler nach einer Antwort auf diese Frage. Nun veröffentlichte ein Forscherteam der „Harvard School of Public Health“ in Boston neue Ergebnisse: Auf die eine Sportart komme es gar nicht an. Vielmehr profitiere der Körper von der Kombination verschiedener Aktivitäten – und auch kurze Sporteinheiten haben einen Effekt. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich im Fachmagazin „BMJ Medicine“ (verlinkt auf https://bmjmedicine.bmj.com/lookup/doi/10.1136/bmjmed-2025-001513) vorgestellt. Dafür untersuchten die Wissenschaftler Daten aus zwei großen Kohortenstudien. Diese maßen die körperliche Aktivität der Probanden ab 1986 über mehr als 30 Jahre hinweg. Insgesamt beinhaltet die Untersuchung Daten von etwa 111.000 Teilnehmern. Die Forscher prüften, wie einzelne Aktivitäten das Sterberisiko veränderten. Außerdem untersuchten sie, inwieweit die Vielfalt körperlicher Aktivität mit einer geringeren Mortalität verknüpft ist. Alle zwei Jahre reichten die Teilnehmer Details über persönliche Merkmale, Krankheitsgeschichte und Lebensstil ein. Dazu zählten auch Informationen zu unterschiedlichen Sportarten: Gehen, Joggen, Laufen, Radfahren (einschließlich stationärer Geräte), Schwimmen, Rudern oder Gymnastik, Tennis, Squash, Krafttraining oder Widerstandsübungen, aber auch Übungen mit geringerer Intensität wie Yoga und Dehnungen. Die Teilnehmer wurden zudem gefragt, wie viele Treppenabschnitte sie täglich hinaufsteigen, wobei davon ausgegangen wurde, dass der Aufstieg pro Abschnitt acht Sekunden dauert. Eines der Ergebnisse: Der größte Effekt auf die Lebenserwartung sei in der Regel schon bei kurzen Trainingszeiten erreicht worden, heißt es in der Studie. Zum Beispiel beim Treppensteigen: schon fünf bis zehn Minuten Treppensteigen pro Woche senkte das Sterberisiko nachweislich; stiegen die Probanden darüber hinaus noch Treppen, hatte dies keinen zusätzlichen Effekt mehr. Auch Gehen – die am häufigsten ausgeübte Aktivität – wirkte schon bei etwa zweieinhalb Stunden zügigem Gehen pro Woche lebensverlängernd. Anders fielen die Resultate beim Joggen aus: 20 bis 30 Minuten pro Woche reichten aus, um den besten Effekt auf die Gesundheit zu erzielen. Anders als bei vielen anderen Aktivitäten nahm der Nutzen bei längeren Laufzeiten sogar weiter zu – allerdings fortan langsamer. Ein ähnliches Muster zeigte sich beim Krafttraining. Bereits rund 90 Minuten moderates Krafttraining pro Woche – etwa zwei bis drei kurze Einheiten – gingen mit einer signifikant geringeren Sterblichkeit einher. Im zweiten Schritt maßen die Wissenschaftler den Effekt einer vielfältigen Aktivität – bei der Kombination aus vier verschiedenen Sportarten sahen die Wissenschaftler den größten positiven Nutzen für die Lebensdauer. „Insgesamt stützen unsere Daten die Annahme, dass die langfristige Ausübung verschiedener Arten körperlicher Aktivität zur Verlängerung der Lebensspanne beitragen kann“, schreiben die Forscher. Zum Schluss errechneten sie die prozentuale Veränderung der Mortalität. Probanden mit der höchsten Bewegungsvielfalt hatten ein um 19 Prozent geringeres Risiko für einen vorzeitigen Tod, sowie ein um 13–41 Prozent geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-, Krebs- oder Atemwegserkrankungen zu sterben.