Welt 25.09.2026
10:08 Uhr

Auch Luxuskäufer achten jetzt stärker auf den Preis


Der Hamburger Markt für Luxuswohnungen verliert an Wert, obwohl fast ebenso viele Objekte verkauft wurden. Käufer achten stärker auf Preis, Lage und Qualität. Bei Einzelhäusern sieht es noch etwas anders aus.

Auch Luxuskäufer achten jetzt stärker auf den Preis

Der Hamburger Markt für Luxusimmobilien zeigt erste deutliche Preisbewegungen nach unten. Wie aus einer aktuellen Analyse des Maklerunternehmens Dahler hervorgeht, sank der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Premiumwohnungen im ersten Halbjahr 2026 auf 12.355 Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 2,9 Prozent. Damit liegt der Durchschnittswert so niedrig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die Zahl der Verkäufe blieb dagegen weitgehend stabil. Insgesamt wurden in den gehobenen Hamburger Wohnlagen 196 Eigentumswohnungen des Premiumsegments verkauft. Das sind lediglich fünf weniger als im ersten Halbjahr 2025. Für die Auswertung wurden Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von mindestens 10.000 Euro sowie Objekte ab einer Million Euro Kaufpreis berücksichtigt. Käufer prüfen genauer Deutlich stärker als die Zahl der Transaktionen ging allerdings der Umsatz zurück. Er sank um 14,3 Prozent auf rund 268,4 Millionen Euro. Die Analyse deutet darauf hin, dass Käufer im oberen Marktsegment inzwischen genauer auf das Verhältnis von Preis, Lage und Qualität achten. „Der Rückgang des durchschnittlichen Quadratmeterpreises für Premiumwohnungen auf 12.355 Euro macht deutlich, dass Käufer heute sehr genau prüfen, ob Preis, Lage und Qualität einer Immobilie zusammenpassen“, sagt Dahler-Gründer Björn Dahler. Überhöhte Preisvorstellungen hätten es zunehmend schwer, sich am Markt durchzusetzen. Zugleich gebe es weiterhin eine grundsätzliche Kaufbereitschaft, wenn Objekte marktgerecht angeboten würden. Die teuerste Eigentumswohnung des ersten Halbjahres wurde im Hamburger Stadtteil Eppendorf verkauft. Der Kaufpreis lag bei rund 6,9 Millionen Euro. Den höchsten Quadratmeterpreis erzielte eine Wohnung in Harvestehude mit 24.825 Euro pro Quadratmeter. Auffällig ist zudem der sinkende Anteil von Neubauwohnungen. Von 185 verkauften Premiumwohnungen mit bekanntem Baujahr waren lediglich 63 Neubauten. Das entspricht einem Anteil von 34,1 Prozent und liegt mehr als zehn Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Dahler führt dies auf hohe Baukosten, lange Entwicklungszeiten und schwierige Finanzierungsbedingungen zurück. Zwar verbesserten sich die Genehmigungszahlen zuletzt wieder, bis sich dies in einem größeren Angebot hochwertiger Neubauten niederschlage, werde jedoch noch einige Zeit vergehen. Luxus-Häuser behaupten sich Während Eigentumswohnungen unter Preisdruck stehen, präsentiert sich das Premiumsegment bei Ein- und Zweifamilienhäusern robuster. Die Zahl der Verkäufe stieg im ersten Halbjahr leicht um 1,8 Prozent auf 174 Objekte. Gleichzeitig legte der Umsatz um 1,5 Prozent auf 331,7 Millionen Euro zu. Besonders gefragt blieben dabei die Elbvororte, auf die 78 Verkäufe entfielen. Es folgte das Alstertal mit 55 Transaktionen. Von den insgesamt verkauften Häusern kosteten 32 mindestens 2,5 Millionen Euro. Ein Objekt überschritt sogar die Marke von sieben Millionen Euro. Das teuerste Haus wurde ebenfalls in Eppendorf veräußert. Der Kaufpreis lag bei 7,5 Millionen Euro.