Der Sender RTL hat nach Antisemitismus-Vorwürfen einen Beitrag über den jüdischen Sänger Gil Ofarim aus seiner Mediathek gelöscht. Das berichten die „Jüdische Allgemeine“ (verlinkt auf https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/rtl-antisemitismus-auf-sendung/) und „Bild“. In dem Einspieler, der am vergangenen Dienstag in der „Stefan Raab Show“ nach dem „Dschungelcamp“ lief, war Ofarim demnach ein „Betrüger-Gen“ unterstellt worden. Dieses habe er seinem „Onkel Samuel“ zu verdanken, kommentierte eine Stimme aus dem Off. Bebildert wurde der Beitrag mit einer Szene von einem Markt, in der ein Mann unbemerkt Ware in seine Tasche verschwinden lässt – offenbar, um sie nicht bezahlen zu müssen. Der RTL-Einspieler bezog sich auf einen Vorfall im Jahr 2021, als Ofarim einem Hotelmanager vorwarf, dieser habe ihn wegen seiner Davidstern-Kette abgewiesen. Später gestand der Sänger (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/prominente/article251627534/Gil-Ofarim-erhaelt-verlaengerte-Frist-zur-Zahlung-seiner-Geldauflage.html) vor Gericht, gelogen zu haben. In dem Beitrag hieß es ironisch, trotz dieses Skandals sei Ofarim ein musikalisches Ausnahmetalent, das „vor allem in der jüdischen Gemeinde“ einen Hit nach dem anderen lande. Dazu zeigte RTL orthodoxe Juden beim Tanzen. Ausgestrahlt wurde der Einspieler ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag. Die „Jüdische Allgemeine“ sah darin ein Video, „das man nicht anders nennen kann als antisemitisch“. Auch die „Bild“-Zeitung (verlinkt auf https://www.bild.de/unterhaltung/stars-und-leute/stefan-raab-antisemitismus-vorwurf-dschungelcamper-ofarim-habe-betrueger-gen-6981b16e48913c22813939e6) kritisierte „Klischees über jüdisches Leben und die offensichtliche Verwendung antisemitischer Metaphern“. Ofarims „Onkel Samuel“ sei frei erfunden und symbolisiere „die Juden an sich“. Ein RTL-Sprecher betonte gegenüber der „Bild“-Zeitung, der Sender weise „jede Form von Antisemitismus entschieden zurück“. „Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte. Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen.“ Der konkrete Einspieler habe sich mit Ofarim und seinem öffentlichen Auftreten auseinandergesetzt. „Anlass für die humoristisch überspitzte Befassung mit seiner Person war ausschließlich dieses Verhalten und die mediale Inszenierung der eigenen Person. Im Rahmen der Sendung wurden alle Dschungelcamp-Teilnehmenden dem Zuschauer satirisch nähergebracht; hierzu kamen bewusst überzeichnete, fiktionale und teils absurde Bilder und Geschichten zum Einsatz“, erklärte der Sender.