Sein Fall sorgte landesweit für Schlagzeilen. Nun wurde ein 19-Jähriger wegen Beleidigung eines Jugendoffiziers der Bundeswehr vom Amtsgericht Freiburg zu 15 Arbeitsstunden verurteilt. Der ehemalige Schüler hatte nach einem Besuch des Soldaten an seiner Schule im Internet zwei bearbeitete Bilder verbreitet, die diesem eine Nähe zur Nazi-Organisation SS unterstellen sollten. Zu sehen (etwa bei Instagram) war beispielsweise eine Art Cartoon von einem Klassenraum. Vor der Tafel mit der Aufschrift: „Demokratie verteidigen, aber wie?“ steht ein Bundeswehrangehöriger, der eine Waffe quer im Arm trägt. Darüber wurde der Schriftzug gelegt: „Also Kinder, wer von Euch würde gerne an der Ostfront sterben?“ Aus Sicht der Richterin bezichtigte der 19-Jährige den Offizier damit einer Nähe zur SS und des Nationalsozialismus. Außerdem unterstelle es dem Beamten, er hätte selbst eine „menschenverachtende Gesinnung“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der 19 Jahre alte Angeklagte stritt nicht ab, die Bilder verbreitet zu haben. Er gab zu, die bearbeiteten Bilder veröffentlicht zu haben und hielt das für legitimen demokratischen Protest. Der Inhalt der Memes sei eine Kritik an der „Bundeswehr als Ganzes“. Die nationalsozialistische SS („Schutzstaffel“) bewachte und verwaltete unter anderem die Konzentrationslager. Bei den Nürnberger Prozessen nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie zu einer verbrecherischen Organisation erklärt. Für den angeklagten Ex-Schüler hatten Unterstützer eine Spendensammelaktion auf der Plattform „Go Fund Me“ gestartet, um die Prozesskosten abzudecken. Laut den Initiatoren wurde das Spendenziel mit über 1500 Euro sogar überschritten. Die Gerichtskosten seien demnach gedeckt, heißt es dort. Der Account „ Kein Verfahren für Bentik (verlinkt auf https://www.instagram.com/kein_verfahren_fuer_bentik/) “ – Untertitel: „Die Bundeswehr kommt an unsere Schulen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article69313538385250ff9e53a4a0/schulstreik-gegen-wehrpflicht-lehrerverband-warnt-vor-erzieherischen-massnahmen.html) – und die Schüler vor Gericht“ – wurde unter anderem von der Linksjugend Freiburg unterstützt.