Zwei von drei Ärzten haben in ihrem Berufsalltag bereits Gewalterfahrungen gemacht. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Deutschen Ärzteblatts. Gut die Hälfte der 1619 Befragten berichtete, dass Gewalt im Berufskontext zugenommen habe. Besonders betroffen ist die ambulante Versorgung. Dort gab es immer wieder Vorfälle im Wartebereich und an der Anmeldung. (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/niedersachsen/article695cf442128ceb4c12ff31bc/krankenhaeuser-beklagen-uebergriffe-auf-mitarbeiter.html) Im stationären Bereich erlebten Ärzte vor allem in der Notaufnahme Gewalt. „Das ist für uns ein alarmierendes Zeichen“, warnte Bundesärztekammerpräsident Klaus Reinhardt im Interview bei WELT TV. „Wer Helferinnen und Helfer angreift, zerstört das Vertrauensverhältnis, auf dem medizinische Versorgung basiert, und gefährdet damit die Funktionsfähigkeit des Gemeinwohls und des Gesundheitswesens“. Er plädierte für ein bundesweites Meldetool für Gewalterfahrungen und härtere Strafen für die Angreifer. Gleichzeitig dürfe es nicht nur bei Worten bleiben. Verbale und tätliche Angriffe In den meisten Fällen wurden die Mediziner der Umfrage zufolge verbal attackiert, in beinahe jedem zweiten Fall waren es auch tätliche Übergriffe. 40 Prozent berichten von psychischer Gewalt und 16 Prozent von diskriminierenden Übergriffen aufgrund von Herkunft oder Religion. Mehr als jeder Fünfte wurde durch den Angriff vorübergehend bei seiner Arbeit beeinträchtigt, zehn Prozent der Geschädigten wurde laut Befragung durch den Angriff arbeitsunfähig. Die Angreifer sind der Umfrage zufolge überwiegend allein handelnde, männliche Personen, die in der Mehrheit der Fälle eine medizinische Einrichtung als Patienten aufsuchen. Etwa jeder dritte Angreifer ist als Angehöriger beim Arzt. Reinhardt lassen die Vorfälle ratlos zurück. (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/article68efa9be0dc4b85759d38723/gewalt-im-job-trifft-im-nordosten-besonders-junge-aerztinnen.html) Er könne sich die steigende Gewalt „nicht erklären“, sie seien wohl in eine größere Problemlage eingebettet. Aber „die Aggressivität und das Auseinandersetzungspotential“ nähmen in der Gesellschaft schließlich ebenfalls zu.