Welt 16.01.2026
18:25 Uhr

AfD-Politikerin sagt Sellner-Auftritt ab – und kündigt neuen gemeinsamen Termin an


Nach öffentlichem Druck aus der AfD-Spitze hat die Brandenburger Landtagsabgeordnete Lena Kotré eine gemeinsame Veranstaltung mit dem rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner abgesagt – bewirbt jedoch gleichzeitig einen neuen Termin unter seiner Leitung.

AfD-Politikerin sagt Sellner-Auftritt ab – und kündigt neuen gemeinsamen Termin an

Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré hat nach Druck der Parteispitze eine eigene geplante Veranstaltung mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner abgesagt. Allerdings gibt es einen zeitgleichen neuen Termin unter Leitung Sellners. „Ich habe eine wichtige Information bezüglich der Veranstaltung am 22.01.2026 in Luckenwalde. Diese ist hiermit abgesagt“, schrieb Kotré auf X. „Ich wurde jedoch zwischenzeitlich von Martin Sellner auf seine eigene Veranstaltung in Süd-Brandenburg eingeladen“, schrieb die AfD-Politikerin. „Seine Veranstaltung findet zufällig ebenfalls am Donnerstag, dem 22.01.2026 um 19:00 Uhr statt, wer sich also für meine Veranstaltung Zeit frei genommen hat, hat hier direkt eine Möglichkeit, sowohl mich als auch Herrn Sellner persönlich kennenzulernen.“ Sellner schrieb bei X, der genaue Ort sei noch unklar. Kotré ist auf einem Bild zu der Veranstaltung mit ihm gemeinsam abgebildet. Kotré hatte bei X für den 22. Januar einen Vortrag mit dem Titel „Remigration in Theorie und Praxis“ in Luckenwalde in Brandenburg mit Sellner angekündigt. Als Teilnehmer waren sie selbst und ihr Mann, der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré, aufgeführt. AfD-Spitze interveniert Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6969078929d7700ee85833c5/streit-ueber-remigration-afd-spitze-interveniert-gegen-treffen-mit-rechtsextremist-martin-sellner.html) sowie Brandenburgs AfD-Landeschef René Springer forderten, den Termin zu stoppen. Der Verfassungsschutz stuft die Identitäre Bewegung als rechtsextremistisch ein. Sellner ist der frühere Kopf der Identitären Bewegung in Österreich. Der Streit über den österreichischen Identitären läuft in der AfD bereits seit Januar 2024. Nachdem damals ein Treffen zwischen Sellner und AfD-Politikern zum Thema „Remigration“ öffentlich geworden war, beschloss der AfD-Bundesvorstand ein Positionspapier. Darin heißt es, die Abschiebung deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund stoße „auf unsere entschiedene Ablehnung“. Parteichefin Weidel trennte sich von einem wichtigen Mitarbeiter, der an dem Treffen teilgenommen hatte.