Welt 08.02.2026
10:37 Uhr

Achtung, „verschwitzter Pädo***“ – „Warnzettel“ vor Andrews neuem Domizil aufgetaucht


Der Mann, der mal Prinz Andrew war, musste in ein kleines Landhaus umziehen. Die Anwohner freuen sich nicht über ihren neuen Nachbarn. Satirische Plakate warnen in Sandringham nun sogar vor dem Royal, der in die Missbrauchsfälle rund um Jeffrey Epstein verwickelt ist.

Achtung, „verschwitzter Pädo***“ – „Warnzettel“ vor Andrews neuem Domizil aufgetaucht

Seit knapp einer Woche hat der ehemalige britische Prinz Andrew einen neuen Lebensmittelpunkt: Der Bruder von König Charles III., neuerdings bekannt als Andrew Mountbatten-Windsor, lebt demnach seit Montag auf dem Anwesen Sandringham von Charles im Osten Englands, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Auch britische Medien hatten berichtetet, dass der frühere Prinz vorübergehend im Wood Farm Cottage wohnen werde. Sein künftiges dauerhaftes Zuhause auf dem Anwesen wird noch renoviert. Fotos in britischen Medien zeigen das eher bescheidene Landhaus, das in ländlicher Umgebung der Grafschaft Norfolk liegt. Zuvor residierte Andrew 20 Jahre in der Royal Lodge nahe Schloss Windsor. Sein Aufenthalt in dem Luxusanwesen mit 30 Zimmern zu günstigen Bedingungen war umstritten. Die Royal Lodge wird vom „Crown Estate“ verwaltet, das sich um Grundstücke in Großbritannien kümmert, die theoretisch dem Königshaus gehören, aber zugunsten der britischen Steuerzahler verwaltet werden. Das Anwesen Sandringham in Norfolk ist hingegen ein privates Grundstück des Königs. Der Umzug des 65-jährigen einstigen Prinzen kam früher als erwartet. Britische Medien hatten vermutet, dass Andrew Mountbatten-Windsor noch bis zum Frühling in der Royal Lodge bleiben würde. Eine „öffentliche Sicherheitsmitteilung“ kursiert In dem 400-Einwohner-Ort Sandringham hielt sich die Begeisterung über den royalen Neuzugang derweil in Grenzen. Britische Medien und diverse Social-Media-Accounts schrieben über vereinzelte Unmutsäußerungen von Anwohnern und dokumentierten eine Protestaktion: Rund um das Anwesen hatten Unbekannte Zettel aufgehängt, die vor dem in dem Missbrauchsskandal rund um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verwickelten Andrew warnen sollen. Laut dem britischen „Mirror“ (verlinkt auf https://www.mirror.co.uk/news/royals/safety-announcements-plastered-around-sandringham-36680867) könnte es sich bei den Initiatoren um eine Protestgruppe handeln, die schon gegen US-Milliardär Elon Musk Stimmung in Internet und auf Demos gemacht hatten, unter dem Namen „Everyone Hates Elon“. Die DIN-A-4-großen Zettel, die in ihrer Aufmachung an offizielle Mitteilungen der Polizei oder britischer Behörden erinnern, sind mit der Überschrift „Öffentliche Sicherheitsmitteilung“ versehen. „Es gibt einen verschwitzten Pädophilen (,Nonce‘) in der Gegend: Andrew Mountbatten-Windsor (früher: ,Prinz Andrew‘)“, heißt es dann weiter auf einem Zettel. Dazu wird das Gesicht des 65-Jährigen abgebildet. Andrew wurde unter anderem von dem Missbrauchsopfer Virginia Roberts Guiffre vorgeworfen, dass er sie mit 17 Jahren sexuell missbraucht hatte. Aus ihren (posthum veröffentlichten) Memoiren stammt auch die viel zitierte Behauptung, dass Prinz Andrew „viel schwitzen würde“. ( WELT hatte die entsprechenden Passagen des Buchs dokumentiert. (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/plus6904d7c3df9fa029228ef5b1/memoiren-von-virginia-giuffre-andrew-trat-auf-als-stuende-ich-ihm-zu-als-sei-sex-mit-mir-sein-geburtsrecht.html) ) Diese Behauptung verbreiten nun erneut auch die anonymen Initiatoren der Warnzettel-Aktion. Unter dem Foto von Andrew steht auf den Zetteln die Zusatzinfo: „Enger Freund des berüchtigten Pädophilen Jeffrey Epstein. Begeisterter Teilnehmer an seinem Sexhandelsnetzwerk. Zahlte Millionen, um zu versuchen, Überlebende zum Schweigen zu bringen.“ Der damalige Prinz hatte sich im Februar 2022 außergerichtlich mit Virginia Giuffre geeinigt, um eine Zivilklage wegen sexuellen Missbrauchs in den USA beizulegen. Die genaue Summe der Zahlung, die der Prinz (wohl mithilfe seiner Mutter Queen Elizabeth II.) leistete, ist öffentlich nicht bekannt. Berichte und Medienquellen schätzten die Gesamtzahlung jedoch auf etwa 12 Millionen Pfund (umgerechnet circa 14,4 Millionen Euro). Ein Fehlverhalten im Rahmen seiner Beziehung zu Epstein hatte Andrew wiederholt bestritten. Zu den neuen Vorwürfen äußerte er sich bislang nicht öffentlich. Der Umzug nach Sandringham war bereits im Oktober angekündigt worden. Damals entzog Charles seinem Bruder die königlichen Titel angesichts anhaltender Enthüllungen über dessen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Die Polizei hat mitgeteilt, dass sie zu Vorwürfen ermittele, wonach Epstein eine weitere Frau nach Großbritannien habe ausfliegen lassen, um dort Sex mit Mountbatten-Windsor zu haben. Nach Angaben des Anwalts des mutmaßlichen Opfers im Sender BBC fand die Begegnung 2010 in der Royal Lodge statt. Auch der Name des Königshausmitglieds kommt mehrere Male in den Dokumenten vor, die das US-Justizministerium am Freitag zu den Ermittlungen gegen Epstein veröffentlichte. In einem schriftlichen Austausch zwischen Epstein und einer Person, bei der es sich mutmaßlich um Mountbatten-Windsor handelt, bietet Epstein an, dem anderen Mann ein Date mit einer 26-jährigen Russin zu beschaffen.