Welt 30.11.2025
08:31 Uhr

Abstruse Rede im „Hitler-Stil“ – AfD-Spitze überprüft fragwürdigen Auftritt


Eichwald sorgte beim AfD-Jugendkongress mit einer an Hitler erinnernden Rede für Irritationen. Die Parteispitze prüft den Vorfall. Der Kandidat, früher als „Alex Oak“ online aktiv, wich Fragen zu seiner Identität aus und betonte die Ernsthaftigkeit seines Auftritts.

Abstruse Rede im „Hitler-Stil“ – AfD-Spitze überprüft fragwürdigen Auftritt

Die AfD-Spitze prüft nach Angaben von Parteichef Tino Chrupalla den fragwürdigen Auftritt eines Teilnehmers beim Gründungskongress der neuen Jugendorganisation. „Mit dem Inhalt sowie die Art und Weise seines Bewerbungsvortrags hat sich Alexander Eichwald von den Grundsätzen der Partei distanziert. Der Bundesvorstand missbilligt das ausdrücklich und sieht sich daher veranlasst, eine Prüfung seiner Daten und Mitgliedsrechte vorzunehmen“, sagte Chrupalla der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Kongress in Gießen hatte sich ein „Alexander Eichwald“ für einen Posten im Vorstand beworben und mit seiner Bewerbungsrede in der Halle für Verwirrung und Kritik gesorgt. Eichwald trat mit rollendem „R“ und einer im Ton an NS-Reichskanzler Adolf Hitler erinnernden Rede ans Pult, sprach die Teilnehmer mit „Parteigenossen und -genossinnen“ an und rief in den Saal: „Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam“ und „es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen“. Der Kandidat war früher unter dem Namen „Alex Oak“ im Netz aktiv. Als Künstler und Musiker blieb er jedoch erfolglos, seine Profile bei Amazon, Spotify und X sind inzwischen gelöscht. Einige Fotos aus dieser Zeit sind dennoch weiterhin einsehbar. Auf die Frage von „ Bild (verlinkt auf https://www.bild.de/politik/inland/bei-gruendung-der-partei-jugend-wollte-dieser-schraege-vogel-die-afd-reinlegen-692b2833e9b1296b9ef97fc5) “, ob er eine Kunstfigur sei oder tatsächlich als „Alex Oak“ aufgetreten sei, antwortete er: „Ich glaube nicht.“ Auf die erneute Frage, ob er nicht wisse oder ob er es nicht gewesen sei, sagte er schließlich: „Ja. Ich glaube nicht. Ich bin nicht Alex Oak.“ Zudem führten „Bild“-Recherchen zu einem weiteren älteren Auftritt des Bewerbers: 2019 absolvierte er ein Praktikum bei der Gleichstellungsstelle in Herford. Ein entsprechender Hinweis findet sich weiterhin in der lokalen Presse. Eichwald betonte gegenüber „Bild“, er habe seinen jüngsten Auftritt ernst gemeint. Die ungewöhnliche Wirkung sei lediglich entstanden, weil er eine ursprünglich zehnminütige Rede auf drei Minuten habe kürzen müssen. Kritik aus dem Plenum Aus dem Saal kam anschließend scharfe Kritik. Eichwald wurde unter großem Beifall gefragt, ob er ein V-Mann des Verfassungsschutzes sei. Sein rollendes „R“ erklärte er damit, Russlanddeutscher zu sein. Gemutmaßt wurde auch, ob der Auftritt Teil einer Comedy-Aktion sein könnte, um der AfD zu schaden. Auf die Frage, ob sein Auftritt ernst gewesen sei, sagte Eichwald beim Verlassen der Tagungshalle zur dpa nur kurz „Ja“. Der Mann kommt laut Chrupalla aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen. Er sei am 5. Oktober dieses Jahres in den Kreisverband Herford aufgenommen worden, den Beitritt zur Jugendorganisation habe er am 15. Oktober erklärt.