Welt 14.01.2026
07:58 Uhr

2025 war laut EU-Daten das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen


Laut EU-Berechnungen waren die vergangenen elf Jahre gleichzeitig die elf wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Sollte es so weitergehen, werde zudem eine wichtige Marke zehn Jahre früher überschritten als angenommen, sagen die Experten.

2025 war laut EU-Daten das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen

Das abgelaufene Jahr 2025 ist das drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. „2025 war nur geringfügig kühler als 2023, und 2024 bleibt das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“, erklärte Samantha Burgess, Vize-Direktorin des EU-Programms Copernicus, in einem Briefing zur Veröffentlichung der „Global Climate Highlights“. Für 2025 fällt die Durchschnittstemperatur 0,01 Grad Celsius geringer aus als 2023 und 0,13 Grad kühler als 2024. Die weltweite Durchschnittstemperatur lag bei 14,97 Grad. Die vergangenen elf Jahre waren die elf wärmsten jemals. „2025 war ein weiteres außergewöhnliches Jahr für den Planeten“, hielt Burgess fest. Erster Drei-Jahres-Zeitraum über 1,5 Grad Die Daten, die der Klimawandeldienst Copernicus in Kooperation mit anderen europäischen und US-amerikanischen Organisationen veröffentlicht, zeigen: Die weltweiten Temperaturen der Jahre 2023 bis 2025 waren im dreijährigen Durchschnitt mehr als 1,5 Grad höher als im vorindustriellen Zeitalter. „Das ist das erste Mal, dass ein Drei-Jahres-Zeitraum diese Grenze überschreitet“, heißt es in dem Bericht. Die Autoren weisen darauf hin, dass es hierbei Abweichungen bei den Berechnungen anderer Organisationen geben kann, da nicht exakt die gleichen Datensätze verwendet würden. Auch die Weltwetterorganisation wollte am Mittwoch Daten zu den weltweiten Temperaturen im Jahr 2025 veröffentlichen. Das Pariser Klimaziel (verlinkt auf https://www.welt.de/wissenschaft/plus6939b3b3d865906264178135/10-jahre-pariser-abkommen-die-sechs-maerchen-von-der-klimawende.html) , mit dem die Weltgemeinschaft die verheerendsten Folgen des Klimawandels abwenden will, gilt zwar trotz der mehrjährigen Überschreitung offiziell noch nicht als verfehlt, da dafür die 1,5-Grad-Grenze noch langfristiger überschritten werden muss. Experten gehen aber weit überwiegend davon aus, dass es nicht gehalten werden kann – und dass es selbst für die Begrenzung des Klimawandels auf 2 Grad knapp wird. Gehe die Erderwärmung im aktuellen Tempo weiter, werde die 1,5-Grad-Grenze gegen Ende des Jahrzehnts als überschritten gelten – etwa zehn Jahre früher als lange angenommen, hieß es von Copernicus. „Die Emissionen sind nicht so schnell gesunken wie erwartet“, erklärte Burgess. So erklären die Experten die Schwankungen Dass 2025 nicht noch heißer gewesen sei als 2024, es also Schwankungen gebe, widerspreche nicht der Tatsache, dass sich die Erde langfristig weiter erwärme, betonten die Copernicus-Experten. Das gelte sogar dann, wenn ab morgen keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr ausgestoßen würden, da sich diese lange in der Atmosphäre hielten. „Bei CO₂ reden wir über Jahrhunderte“, betonte Laurence Rouil vom Copernicus-Atmosphärendienst. Dass es an manchen Orten auch unterdurchschnittliche Temperaturen gegeben habe oder es auch derzeit in vielen Regionen sehr kalt sei, gehöre zur normalen Variabilität des Wetters. „Eine kalte Region heißt nicht, dass der Klimawandel nicht real ist. Der globale Kontext zählt“, so Burgess. Copernicus-Direktor Carlo Buontempo ergänzte: „Wenn man herauszoomt und sich das große Ganze anschaut, ist das Bild sehr eindeutig.“ „Wir werden die Temperaturgrenze zwangsläufig überschreiten“ Die ungewöhnlich hohe Durchschnittstemperatur liege am Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre – durch weitere Emissionen und weniger Aufnahme von CO₂ durch natürliche Senken, zu denen etwa Wälder gehören. Darüber hinaus seien die Temperaturen an der Oberfläche der Ozeane außergewöhnlich hoch gewesen, was unter anderem am sogenannten El-Niño-Phänomen liege. Mit einer El-Niño-Phase sind höhere globale Temperaturen an der Meeresoberfläche verbunden. Das alle paar Jahre auftretende Phänomen El Niño wird von wärmeren Wassertemperaturen im tropischen Pazifik ausgelöst, was durch veränderte Luft- und Meeresströmungen die Wetterbedingungen weltweit beeinflusst. Im Laufe des Jahres schwächte sich das Phänomen ab. Menschen spürten den Klimawandel nicht vorrangig durch die graduellen Veränderungen, sondern durch Extremwetterereignisse, erklärte Burgess. 2025 habe die Hälfte der weltweiten Landfläche mehr Tage mit starkem Hitzestress erlebt als im Durchschnitt. Dazu zählen die Autoren des Berichts Tage, die sich wie 32 Grad oder mehr anfühlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Hitzestress als Hauptursache für Todesfälle im Zusammenhang mit Wetterereignissen ein. „Die Welt nähert sich rasch der im Pariser Abkommen festgelegten langfristigen Temperaturgrenze“, warnte Buontempo. „Wir werden sie zwangsläufig überschreiten. Nun müssen wir entscheiden, wie wir mit dieser unvermeidlichen Überschreitung und ihren Folgen für Gesellschaft und Ökosysteme am besten umgehen.“