Die Nordsee ist 2025 so warm wie nie zuvor seit Beginn der Messungen gewesen. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 11,6 Grad Celsius wurde der höchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn 1969 erreicht, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/article695cdaf2fb77630dac278fbe/schifffahrtsamt-warnt-vor-eisbildung-entlang-der-ostseekueste.html) (BSH) am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Ursache ist nach Angaben der Behörde der Klimawandel, vor dessen Folgen BSH-Präsident Helge Heegewaldt warnte: „Selbst wenn wir weltweit sofort aufhören, Treibhausgase auszustoßen, wird der Meeresspiegel voraussichtlich noch Jahrhunderte weiter ansteigen.“ Es sei daher wichtig, „mehr für den Klimaschutz zu tun“, betonte Heegewald. Dadurch lasse sich Zeit gewinnen, um die Küsten sowie die Bevölkerung vor Ort besser zu schützen. Die durchschnittliche Temperatur der Nordsee (verlinkt auf https://www.welt.de/reise/article256005302/Urlaub-an-der-Nordsee-Ein-Wiedersehen-mit-Buesum-nach-40-Jahren.html) lag im vergangenen Jahr 0,9 Grad Celsius höher als das langjährige Mittel von 1997 bis 2021. Dabei lagen alle Monate über dem Mittel, wobei im Juni und Dezember Rekorde gemessen wurden. Besonders warm war es im nördlichen und zentralen Teil der Nordsee sowie im Übergang zur Ostsee. In der Tiefe erreichte die Nordsee ebenfalls neue Höchstwerte. Der Wärmeinhalt lag mit 1,46 Millionen Petajoule so hoch wie nie zuvor. Die Erwärmung betreffe die „gesamte Wassersäule“, teilte das BSH mit. Auch die Ostsee verzeichnete 2025 den weiteren Angaben zufolge ein außergewöhnlich warmes Jahr. Mit einer durchschnittlichen Oberflächentemperatur von 9,7 Grad Celsius war es das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Messungen 1990. Nur das Jahr 2020 war wärmer. Besonders hohe Temperaturen wurden in der südwestlichen Ostsee und im Finnischen Meerbusen gemessen. 55 Tage andauernde Hitzewelle in der Kieler Förde Zudem nahmen marine Hitzewellen zu. In der Kieler Förde registrierte das BSH im Frühjahr eine 55 Tage andauernde Hitzewelle – die längste seit Beginn der Beobachtungen. Solche Extremereignisse setzten Lebewesen im Meer zunehmend unter Druck, hieß es. Langfristige Auswertungen zeigen laut BSH eine anhaltende Erwärmung von Nord- und Ostsee, wobei sich die Ostsee schneller erwärmt. Auch Klimasimulationen durch das das BSH und das Dänische Meteorologische Institut sagen eine weitere deutliche Temperaturzunahme voraus, falls die Treibhausgasemissionen nicht stark sinken. Bis 2100 sagen Simulationen eine Erwärmung um 2,8 Grad in der Nordsee und 3,0 Grad in der Ostsee voraus, im Vergleich zum Zeitraum von 1971 bis 2000. Mit der Erwärmung steigt auch der Meeresspiegel (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/hamburg/article6954ccb9f6fc544dba9b81e8/planung-der-nord-bundeslaender-rueckzug-oder-hoehere-deiche-was-tun-wenn-der-meeresspiegel-steigt.html) an. Pegelmessungen zeigen seit 1900 einen Anstieg von mehr als 25 Zentimetern im niedersächsischen Cuxhaven und knapp 20 Zentimetern in Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern. Dadurch könnten laut BSH Sturmfluten künftig höhere Wasserstände erreichen. Das BSH untersucht wöchentlich die Oberflächentemperaturen von Nordsee und Ostsee und kombiniert dazu Satellitendaten mit Messungen von Stationen und Schiffen.