Welt 16.01.2026
12:37 Uhr

17-Jähriger stirbt durch Stich in den Hals – Tatverdächtige wieder freigelassen


In Castrop-Rauxel (Nordrhein-Westfalen) wird ein 17-Jähriger durch einen Stich in den Hals getötet. Ein gleichaltriges Mädchen gibt zu, zugestochen zu haben – in Notwehr. Jetzt wurde sie wieder freigelassen.

17-Jähriger stirbt durch Stich in den Hals – Tatverdächtige wieder freigelassen

Ein 17 Jahre alter Jugendlicher ist in Castrop-Rauxel getötet worden. Die Todesursache war eine Stichwunde am Hals. Das zunächst festgenommene Mädchen sei nach stundenlanger Vernehmung aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Nach erster Aussage habe die Mutter des Mädchens am Mittwochabend bei der Polizei angerufen und berichtet, dass ihre Tochter weinend nach Hause gekommen sei und erzählt habe, auf dem Fußweg zur Fahrschule Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden zu sein. Sie sei von hinten angegriffen worden, habe sich mit Pfefferspray gewehrt und schließlich mit einem spitzen Gegenstand nach dem Angreifer gestochen. Die Jugendliche hatte nun entgegen der ersten Schilderung der Situation eingeräumt, dass sie sich mit dem Jungen auf der Terrasse eines leer stehenden Hauses in Castrop-Rauxel getroffen habe. Dies habe sie aus Angst vor ihren Eltern zunächst verschwiegen. Sie habe ihn gekannt und schon vorher Kontakt zu ihm gehabt. Gegenwehr mit Händen und Pfefferspray Bei dem Treffen sei der 17-Jährige zudringlich geworden und habe versucht, sie zu vergewaltigen. Trotz ihres mehrfachen Widerspruchs und Gegenwehr mit Händen und Pfefferspray habe er nicht von ihr abgelassen. Sie habe schließlich nach einem spitzen Gegenstand gegriffen und – ohne Tötungsabsicht – in Richtung des Jugendlichen gestochen. Dann sei sie nach Hause gelaufen. Die neuen Angaben stimmten mit der Spurenlage überein, sagte Staatsanwalt Henner Kruse. Tatwaffe bislang nicht gefunden Den Gegenstand, bei dem es sich auch um eine Scherbe gehandelt haben könnte, habe sie vom Boden aufgehoben. Die Tatwaffe sei bislang nicht entdeckt worden, sagte Kruse. Auch der genaue Tatort sei noch unklar. Die Stelle, an der der Autofahrer den Jugendlichen entdeckte, liege nicht zwischen dem Wohnort des Mädchens und der Fahrschule, sondern in der Gegenrichtung. Wenig später hätten dann die Eltern des 17-Jährigen ihren Sohn bei der Polizei als vermisst gemeldet. Er sei ebenfalls auf dem Weg zur Fahrschule gewesen und nicht nach Hause gekommen.