Welt 05.02.2026
18:11 Uhr

17-Jährige wird wegen Mordes an gleichaltrigem Jugendlichen gesucht


Ein Schüler stirbt nach einem Stich in den Hals. Eine 17-Jährige beteuert: Es war Notwehr. Doch nun wird Angela R. mit Haftbefehl wegen Mordes gesucht.

17-Jährige wird wegen Mordes an gleichaltrigem Jugendlichen gesucht

Zuerst sah es nach Notwehr aus, jetzt steht sie unter Mordverdacht: Die Ermittler suchen die 17-jährige Angela R. aus Castrop-Rauxel. Die Schülerin soll einen gleichaltrigen Jugendlichen durch einen Stich in den Hals heimtückisch ermordet haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Als die Mordkommission neun Tage nach der Tat mit einem Haftbefehl an der Adresse der Jugendlichen auftauchte, war sie verschwunden. Bereits am 23. Januar hatte das Amtsgericht Dortmund Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts gegen die 17-Jährige erlassen. Nun wird öffentlich nach ihr gefahndet (verlinkt auf https://polizei.nrw/fahndung/194087) . Zunächst hatte sie den Ermittlern erzählt, sich gegen eine Vergewaltigung gewehrt und in Notwehr zugestochen zu haben. Dabei lieferte sie zwei Versionen ab. Erst behauptete sie, auf dem Weg zur Fahrschule von hinten angegriffen worden zu sein. Später hatte die 17-Jährige zugegeben, sich mit dem Teenager auf der Terrasse eines leerstehenden Hauses getroffen zu haben. Dies habe sie aus Angst vor ihren Eltern zunächst verschwiegen. Sie habe ihn gekannt und schon vorher Kontakt zu ihm gehabt. Bei dem Treffen sei der junge Mann dann aber zudringlich geworden und habe versucht, sie zu vergewaltigen. Sie habe schließlich nach einem spitzen Gegenstand gegriffen und – ohne Tötungsabsicht – in Richtung des Jugendlichen gestochen. Dann sei sie nach Hause gelaufen. Weil die zweite Version mit der Spurenlage übereinstimmte, wurde die 17-Jährige freigelassen. Handy-Auswertung brachte die Wende Die umfangreiche Auswertung des Handys des Mädchens habe schließlich Tage später ergeben, dass sie nicht in Notwehr gehandelt, sondern den Jugendlichen geplant und heimtückisch getötet haben dürfte. Ein Messer sei inzwischen als mögliche Tatwaffe in Tatortnähe auf einem Spielplatz entdeckt worden, sagte Staatsanwalt Henner Kruse. Es werde noch auf Spuren untersucht. Ein Autofahrer hatte den stark blutenden Jugendlichen unweit des leerstehenden Hauses entdeckt. Der 17-Jährige war dann bewusstlos geworden und trotz Rettungsmaßnahmen vor Ort gestorben.