Nach dem Tod der 16-jährigen Liana in Friedland strebt die Staatsanwaltschaft Göttingen ein Sicherungsverfahren gegen den mutmaßlichen Täter an. Die entsprechende Antragsschrift gegen den 31-Jährigen sei wegen Totschlags beim Landgericht Göttingen eingereicht worden, teilte die Strafverfolgungsbehörde vergangene Woche mit. Der Mann soll die 16 Jahre alte Auszubildende aus Geisleden (Thüringen) im Zustand der Schuldunfähigkeit getötet haben. Während die Jugendliche am 11. August 2025 auf dem Bahnsteig auf ihren Zug wartete und telefonierte, soll der verdächtige Iraker sie gegen einen mit Tempo 100 durchfahrenden Güterzug gestoßen haben. Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, erlitt das Opfer tödliche Verletzungen, die der 31-Jährige zumindest billigend in Kauf genommen haben soll. Nach der mutmaßlichen Tat führte der Mann Polizeibeamte zu dem leblosen Mädchen und gab an, sie dort liegen gesehen zu haben. Erst später wurde er durch DNA-Spuren an der Schulter der 16-Jährigen überführt. Zweieinhalb Wochen nach der Tat wurde er festgenommen. Schizophrenie beim Tatverdächtigen diagnostiziert „Aufgrund einer bei dem Beschuldigten diagnostizierten Schizophrenie soll er zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sein“, teilten die Strafverfolger mit. Daher sei keine Anklage erhoben, sondern eine Antragsschrift im Sicherungsverfahren gestellt worden. Der Mann war wegen des Tatverdachts Ende August vorläufig festgenommen worden und befindet sich seitdem im Maßregelvollzugszentrum Moringen. Das Mädchen war 2022 mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet und hatte zeitweise im thüringischen Geisleden gelebt. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen und beschäftigte auch die Politik, weil der ausreisepflichtige Iraker nach den europäischen Asyl-Regeln eigentlich schon Monate vor der Tat von Deutschland nach Litauen hätte gebracht werden sollen.