Ein Schüler der neunten Klasse hat in Südfrankreich eine Lehrerin mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Der Schüler sei festgenommen worden und befinde sich wegen Mordversuchs in Polizeigewahrsam, teilte der Staatsanwalt von Toulon, Raphaël Balland, am Dienstag mit. Ein Motiv für die Tat ist derzeit nicht bekannt. Der Schüler habe die 60 Jahre alte Kunstlehrerin während des Unterrichts in einer Mittelschule im Ort Sanary-sur-Mer angegriffen, sagte der Staatsanwalt. Es handele sich um einen 14-Jährigen, der nicht wegen politischer oder religiöser Überzeugungen bekannt sei, berichtete der Lokalsender France 3. Er habe der Lehrerin zwei Stiche in den Bauch und einen in den Arm versetzt. Zuvor habe er sie bedroht, berichtete die Zeitung „Le Parisien“. Frankreichs Bildungsminister Éduard Geffray kündigte an, sich sofort zum Tatort zu begeben. Wie auch Innenminister Laurent Nuñez sprach er den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Nach einer Häufung von Messerattacken an und um Schulen hatte Frankreich vor rund einem Jahr mit Taschenkontrollen am Zugang zu Schulen begonnen. Zu den Opfern der Messergewalt gehören andere Schüler, Lehrer und Schulbeschäftigte. Im September hatte ein 14-Jähriger im Elsass seine Musiklehrerin mit einem Stich ins Gesicht verletzt. Im Juni erstach ein Schüler in Ostfrankreich eine Schulbeschäftigte bei einer Taschenkontrolle. Im April erstach ein 15-Jähriger in Nantes eine Mitschülerin und verletzte drei weitere Schüler. Selbst ein Gymnasiallehrer griff in Südfrankreich im September zum Messer und verpasste einem Kollegen im Lehrerzimmer einen Stich.