Es ist ein schwerer Schlag für eine der legendärsten Marken des Journalismus: Die »Washington Post« entlässt ein Drittel ihrer Mitarbeiter in der Redaktion und anderen Abteilungen.
Chefredakteur Matt Murray verkündete in einer Zoom-Sitzung mit den Mitarbeitern umfangreiche Kürzungen, darunter die Schließung ihrer Sportredaktion und die Verringerung der Zahl ihrer Auslandskorrespondenten.
Der Personalabbau ist ein schwerer psychologischer Schlag für das Blatt, das unter anderem mit den Watergate-Enthüllungen bekannt wurde.
Den Mitarbeitern in der Redaktion wurde mitgeteilt, dass sie E-Mails mit einer von zwei Betreffzeilen erhalten würden, in denen ihnen mitgeteilt wird, ob ihre Stelle gestrichen wurde oder nicht. Ein Vertreter der Post bestätigte der Nachrichtenagentur AP, dass ein Drittel der Belegschaft abgebaut werden soll, ohne jedoch anzugeben, wie viele Mitarbeiter die Zeitung insgesamt beschäftigt.
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Die Buchhaltungsabteilung der Zeitung wird geschlossen, die Nachrichtenredaktion und die Redaktion im Raum Washington werden umstrukturiert, teilte Murray den Mitarbeitern mit. Der Podcast »Post Reports« wird eingestellt. Er räumte ein, dass die Kürzungen einen Schock für das System darstellen würden, sagte jedoch, das Ziel sei es, eine Post zu schaffen, die wieder wachsen und florieren könne.
Die mehr als 145 Jahre alte Zeitung, die dem Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, kämpft wie viele andere Medienhäuser mit dem strukturellen Wandel der Branche. Sinkende Werbeeinnahmen im Digitalgeschäft und die veränderte Mediennutzung setzen Verlage unter Druck. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die »Washington Post« nach Verlusten Stellen gestrichen. 2023 bot die Zeitung Mitarbeitern aller Bereiche Abfindungen an, nachdem Verluste von 100 Millionen Dollar aufgelaufen waren.
Erst vor wenigen Tagen hatte die Zeitung bekannt gegeben, ihre Berichterstattung über die Olympischen Winterspiele 2026 stark zu reduzieren.
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