Die Besetzung ändert sich, Drehbuchautoren werden ausgetauscht, Fälle drehen sich um neue Trends, aber eine Konstante bleibt: Ulrike Folkerts, 64, spielt im »Tatort« seit 36 Jahren die Kommissarin Lena Odenthal. Oft mit Lederjacke, meist eigenwillig, immer Single. Ob sich das mal ändern wird? Jedenfalls gibt es einen Satz, den Folkerts gern einmal im »Tatort« sagen würde, wie sie nun der Nachrichtenagentur dpa verriet. Den Satz: »Ich liebe dich.«
Folkerts blickt mit Stolz auf ihre bisher 36 Jahre als TV-Ermittlerin zurück. »Nie hätte ich für möglich gehalten, dass ich so lange beim ›Tatort‹ bleibe«, sagte die Schauspielerin am Rande eines Drehs in Ludwigshafen der Nachrichtenagentur dpa. »Das ist Familie, das ist gewachsen, das ist mehr als ein Job, es ist ein Geschenk und eine immer wieder große Herausforderung, sich für gute Stoffe und Kriminalfälle, die Menschen interessieren und fesseln, einzusetzen.«
Als am 29. Oktober 1989 ihr erster Sonntagskrimi (»Die Neue«) lief, stand die Berliner Mauer noch, und der Kanzler hieß Helmut Kohl. Seitdem strahlte die ARD 82 Ludwigshafen-Folgen aus.
Ulrike Folkerts
Foto:Uwe Anspach / dpa
Folkerts Lieblingsfolgen
Gut in Erinnerung geblieben sind Folkerts einige Folgen:
Das Provinzdrama »Tod im Häcksler« (1991) über das Verschwinden eines Aussiedlers. »Das war legendär«, sagt Folkerts.
Aber auch etwa »Die Zärtlichkeit des Monsters« (1993)
sowie »Der glückliche Tod« (2009) über Sterbehilfe
oder »Avatar« über virtuelle Realität (2024)
und zuletzt »Mike & Nisha«.
Auch viele weitere Filme seien gesellschaftlich relevant gewesen, sagte Folkerts. »Schon die Titel verweisen auf die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Fälle für Lena Odenthal.«
Erinnerung an Rouven Laur
Im jüngsten »Tatort« erinnert ein Foto an den 2024 auf dem Mannheimer Marktplatz getöteten Polizisten Rouven Laur . »Ein junger Mann, der unseren Rechtsstaat vertrat und bei dieser schockierenden Messerattacke tödlich verletzt wurde«, sagte Folkerts. »So nah an Ludwigshafen, dass wir fanden, wir sollten ihm zum Gedenken einen Platz in Lena Odenthals Büro geben.« Laurs Kollegen und Familie seien »mehr als einverstanden« gewesen. »Nun befindet sich für immer ein Bild von Rouven Laur im ›Tatort‹ aus Ludwigshafen.«
Folkerts ist auch in anderen Filmen und ebenfalls auf der Bühne zu sehen, etwa früher bei den Salzburger Festspielen. »Schauspielerin zu sein, ist wundervoll, wenn man zu tun hat«, sagte die 64-Jährige. Was rät sie jungen Schauspielern und Schauspielerinnen? »Sieh zu, dass du noch einen anderen Job lernst«, sagte Folkerts, »durch den du immer wieder unabhängig sein kannst.«
