SpOn 04.12.2025
12:01 Uhr

»Power 100«: Ibrahim Mahama führt Kunstranking von »Art Review« an


Der Ghanaer Ibrahim Mahama ist der erste Künstler Afrikas, den das Londoner Magazin »Art Review« an die Spitze seines Kunstrankings setzt. Ein Deutscher ist zurück in den Top Ten.

»Power 100«: Ibrahim Mahama führt Kunstranking von »Art Review« an

Der in Ghana geborene Ibrahim Mahama ist nach Einschätzung des britischen Kunstmagazins »ArtReview« derzeit die einflussreichste Figur der internationalen Kunstszene. Das in London erscheinende Magazin setzte den 38-Jährigen an die Spitze der jährlichen Liste »Power100«.

Künstler Mahama mit Mitarbeiterin 2017 in der Henschelhalle in Kassel

Künstler Mahama mit Mitarbeiterin 2017 in der Henschelhalle in Kassel

Foto: Thomas Lohnes / Getty Images

Das Magazin lässt Mitglieder einer Jury einschätzen, wen sie für besonders entscheidend in der Kunstwelt halten. Bei der Liste mit 100 Personen und Organisationen geht es etwa um die Frage, wer beeinflusst, welche Themen behandelt und wessen Kunstwerke gezeigt werden.

Im vergangenen Jahr hatte die emiratische Kuratorin Hoor Al-Qasimi die Liste angeführt, diesmal landete sie auf Platz drei. Auch Kulturschaffende aus Deutschland sind dabei: Der Fotograf Wolfgang Tillmans steht zum Beispiel auf Platz zehn, Kuratorin Beatrix Ruf auf Platz 19. Künstlerin Hito Steyerl belegt Platz 25, und der aus Kamerun stammende Intendant des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Platz 26.

Künstler Tillmans: Zurück in den Top Ten

Künstler Tillmans: Zurück in den Top Ten

Foto: Volker Essler / SVEN SIMON / picture alliance

Mahama sei die erste Person vom afrikanischen Kontinent, die den Spitzenplatz einnehme, teilte das Magazin mit. »Eine Position, die er sowohl seiner künstlerischen Arbeit als auch seiner Rolle als Schöpfer von Infrastrukturen verdankt, die andere Künstler dabei unterstützen, ihre Visionen zu verwirklichen.«

Mahamas Werk befasse sich mit Themen wie Arbeit, Extraktion und Ausbeutung. »Er nutzt seine Position in der globalen Kunstwelt, um sich diesen Fragen auch praktisch zu widmen, indem er Bildungs- und Kunstinstitutionen schafft und kollaborative Partnerschaften aufbaut«, schreibt das Magazin. Der Künstler investiere seit Jahren seine Gewinne aus Verkäufen in eine Reihe von Institutionen in seiner Heimatstadt Tamale.

Mahama vor dem Barbican in London: Verhüllt mit traditionellen Roben

Mahama vor dem Barbican in London: Verhüllt mit traditionellen Roben

Foto: Aaron Chown / empics / picture alliance

Künstlerisch ist Ibrahim Mahama besonders bekannt dafür, Jutesäcke als Material zu verwenden. So verhüllte er bei der Documenta 14 die Kasseler Torwache mit Kohlesäcken. Mahamas Wahl der Jute zum Material seiner Kunst, mit der er Gebäude überzieht und ihr Aussehen verbirgt, so hieß es 2017 von der Ausstellung, stehe in einer langen Tradition der Verwendung von Jute in Westafrika – für Vorhänge, traditionelle Kostüme und Dekoration.

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Das Magazin »Art Review« lässt rund 30 Menschen aus der Kunstwelt über die Liste entscheiden. Auf dem zweiten Platz steht die Vorsitzende der katarischen Museumsbehörde, Al Mayassa bint Hamad Al Thani. Die zunehmende Präsenz der Golfstaaten an der Spitze der Liste spiegele wider, wie dort mit enormen Mitteln in Kunst und Kultur investiert werde, teilte das Magazin mit. Die arabische Welt werde zunehmend zu einer Plattform, von der aus Künstler und Kuratoren ihre Arbeit ausweiten könnten.

feb/dpa