Sieben mutmaßliche Mitglieder und ein Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe »Letzte Verteidigungswelle« müssen sich seit heute vor Gericht verantworten. Sie sollen laut Anklage politisch motivierte Anschläge verübt und geplant haben. Damals waren sie zwischen 14 und 21 Jahren alt.
Während die Anklageverlesung noch öffentlich stattfand, wurden Zuschauer für das weitere Verfahren am Oberlandesgericht Hamburg ausgeschlossen. Erst das Urteil soll wieder öffentlich sein. Das Gericht begründete dies mit dem jungen Alter einiger Angeklagten. Zudem gehe es in dem Prozess um sehr persönliche Angelegenheiten.
Angriffe auf Flüchtlingsunterkunft und Kulturzentrum
Den allesamt männlichen Angeklagten wird unter anderem versuchter Mord, Verabredung zum Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Zwar sei durch ihre Taten niemand verletzt oder getötet worden, das war laut Bundesanwaltschaft aber mitunter nur Zufall.
Unter anderem sollen einige der Beschuldigten im Oktober 2024 einen nächtlichen Brandanschlag auf ein Brandenburger Kulturzentrum verübt haben. Dort wohnten demnach auch Menschen. Im Januar 2025 sollen sie nachts Feuerwerkskörper in eine Unterkunft für Geflüchtete im thüringischen Schmölln geschossen haben. Am Tatort hinterließen sie laut Anklage nationalsozialistische Symbole.
Protest vor dem Gerichtsgebäude
Foto: Marcus Brandt / dpaFünf der Verdächtigen – ein mittlerweile 15-Jähriger, drei 16- und ein 19-Jähriger – waren nach Razzien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen im Mai 2025 festgenommen worden. Ein weiterer heute 19 Jahre alter sowie ein 21 und ein 22 Jahre alter Angeklagter saßen da schon in Untersuchungshaft. Zuvor hatte es Durchsuchungen in Sachsen und Thüringen gegeben. Bis auf den 15-Jährigen sind alle Angeklagten noch in Untersuchungshaft.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft folgten die Mitglieder der Gruppe einer völkisch-nationalistischen Gesinnung. Sie hätten »einen Zusammenbruch des demokratischen Systems« herbeiführen wollen und sahen sich als letzte Instanz zur Verteidigung der »Deutschen Nation«. Mehr über die »Letzte Verteidigunswelle« lesen Sie hier .
